Tour de France Reglement 2018 Tour de France Reglement 2018

Tour de France 2018: Das Reglement

Farben und Regeln der Tour de France 2018

Andreas Kublik, Konstantin Rohé am 12.06.2018

Wertungstrikots, Punktevergabe bei Sprints und Bergwertungen, Zeitgutschriften und Zeitlimit - hier finden Sie alles, was Sie über die Regeln der Tour de France 2018 wissen müssen

Das ist neu 

Der Formel 1-Start auf der 17. Etappe von Bagnères-de-Luchon auf den Col de Portet soll mehr Spannung ins Rennen bringen, ebenso die erstmals ausgetragenen Bonusprints auf den Etappen eins bis neun. 3, 2 und 1 Sekunde gibt es dabei für die drei Erstplatzierten zu gewinnen. Die Zahl der Starter pro Team wurde bei dieser Tour de France reduziert: Jede Mannschaft darf maximal acht statt wie bisher neun Rennfahrer ins Rennen schicken. 

Das ist wichtig

Zeitgutschriften ...

... gewinnen an Bedeutung. Wie im vergangenen Jahr gibt es auf allen Etappen – außer beim Einzelzeitfahren und im Mannschaftszeitfahren – 10, 6 und 4 ­Sekunden für die ersten Drei im ­Tagesziel zu gewinnen. Zusätzlich gibt es 3, 2 und 1 Sekunde für die ersten Drei auf den ers­ten neun Etappen (außer beim Mannschaftszeitfahren) bei den neu eingeführten Bonussprints.

Das Gelbe Trikot …

... trägt der Führende der Gesamt­wertung – das ist der Rennfahrer mit der kürzesten Gesamtfahrzeit. Zeitgut­schriften und -strafen werden einge­rechnet. Bei Zeitgleichheit wird ­zunächst die niedrigste ­Summe aller Etappenplatzierungen ­herangezogen, ­danach die bessere Platzierung auf der zuletzt gefah­renen Etappe. Im Einzel­zeitfahren wird die Zeit auf Hundertstelsekunden genau genommen und erlaubt eine zusätzliche Differenzierung.

Das Grüne Trikot ...

trägt der ­Sieger der Punktewertung, der nicht unbedingt der schnellste Sprinter sein muss: Jeweils die ersten Fünfzehn im ­Tagesziel und beim Zwischensprint erhalten Zähler. Je nach Art und Schwierigkeit der Etappe gibt es im Tagesziel unterschiedlich viele Punkte zu holen. Um Sprintern eine bessere Chance auf den Gesamtsieg einzuräumen, gibt es auf Bergetappen und im Einzelzeitfahren weniger Punkte als auf Flachetappen mit Massenstart (siehe Punkteskala, Abbildung unten). Bei Punktegleichstand führt der Rennfahrer in der Wertung, der mehr Etappensiege aufweist, danach folgt die Zahl der Siege bei Zwischensprints. Herrscht immer noch Gleichstand, entscheidet die bessere Platzierung in der Gesamtwertung. An den neu eingeführten Bonus­sprints, die nicht mit den Zwischensprints für die Punktewertung verwechselt werden dürfen, gibt es übrigens keine Punkte fürs Grüne Trikot.

Das Gepunktete Trikot (weiß mit roten Punkten) ...

trägt der Rennfahrer, der die meis­ten Punkte an den Bergwertungen gesammelt hat. Die Anstiege werden je nach Länge und Schwierigkeit kategorisiert – von HC (Hors Catégorie) absteigend über Kategorie 1 und 2 bis 4. Entsprechend gibt es Punkte (siehe Abbildung)

Punktevergabe bei den Sonerwertungen der Tour de France 2018

Das Weiße Trikot ...

... trägt der in der Gesamtwertung bestplatzierte Fahrer, der nach dem 1. Januar 1993 geboren ist.

Die Rangfolge der Trikots ...

... ist vorgeschrieben: Führt ein Rennfahrer in mehreren Wertungen, ist Gelb vor Grün zu tragen, es folgen das Gepunktete und das Weiße Trikot. Das Führungstrikot trägt dann der Nächstplatzierte in der jeweiligen Wertung. 

Die Drei-Kilometer-Regel ...

... hilft Rennfahrern, die auf den letzten drei Kilometern einer Etappe durch Stürze oder Pannen gebremst werden. Die Regel gilt auf allen Etappen mit dem Koeffizienten 1. Sie besagt, dass die betroffenen Rennfahrer mit der gleichen Zeit gewertet werden wie der Bestplatzierte der Gruppe, in der sie sich zum Zeitpunkt des Malheurs befanden. Neu: Im Ziel der genannten Etappen werden Gruppen mit bis zu drei Sekunden Abstand mit der gleichen Zeit gewertet – bisher war es eine Sekunde.

Gelbe Startnummern …

... tragen die Rennfahrer des Teams, das in der Mannschaftswertung führt. Die Tageswertung ergibt sich aus der Addi­tion der Fahrzeiten der jeweils drei Tages­besten eines Teams. Bei Gleichstand entscheidet die niedrigere Summe aus den Etappenplatzierungen der drei besten Rennfahrer.

Die rote Startnummer ...

... trägt der kämpferischste Fahrer. Den sogenannten "Prix de la Combativité". Diesen vergibt eine Jury unter Vorsitz des Renndirektors auf den Massen­startetappen – abgesehen von der Schluss­etappe. In Paris wird ein "Super-Combatif du Tour" ausgezeichnet, der kämpferischste Fahrer der gesamten Tour.

Das Zeitlimit ...

... treibt an: Je nach Streckenlänge und Siegertempo ergibt ein prozentualer Aufschlag auf die Siegerzeit, wie lange die Letzten einer Etappe maximal brauchen dürfen – sonst droht die Disqualifikation. Die detaillierten Regelungen finden Sie im Reglement im Artikel 22 (Seite 27, siehe Bildstrecke unten).

Ein Rechenbeispiel: Auf der flachen 8. Etappe (Koeffizient 1) benötigt der Tagessieger 4:01:30 Stunden für die Etappe. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 45 km/h. Laut Tabelle darf der Letzte bei dieser Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers maximal acht Prozent länger unterwegs sein – das entspricht 19:19 Minuten Rückstand. Auf der Bergetappe von Albertville nach La Rosière (11. Etappe), die mit Koeffizient 5 eingestuft ist, gilt aufgrund der schweren Strecke ein anderer Prozentwert: Wenn der Tagessieger nach 3:20:00 Stunden im Ziel ist, also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 32,55 km/h gefahren ist, darf der Letzte an diesem Tag maximal 14 Prozent länger brauchen. Das Zeitlimit endet in unserem Beispiel exakt 28 Minuten, nachdem der Sieger das Ziel erreicht hat. Der Letzte darf also maximal 3:48:00 Minuten für die Etappe brauchen. Die Jury hat allerdings die Möglichkeit, unter bestimmten Umständen (Wetter, besondere Vorkommnisse) das Zeitlimit heraufzusetzen. 

Fotostrecke: Das offizielle Reglement der Tour de France 2018

Andreas Kublik, Konstantin Rohé am 12.06.2018