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Tour de France

Tour de France 2014: Inside BMC Racing Team, Teil 1

Thomas Musch am 10.07.2014

Exklusiv für TOUR berichtet Ernährungsexpertin Judith Haudum von ihrer Arbeit aus dem Team BMC

Team BMC

Das Frühstück – Vielfalt ist Trumpf
Das Frühstück ist der wichtige Start in den Tag. Hier wird der Körper wach gerüttelt und die letzten Depots werden mit Energie gefüllt. Wie in allen Ausdauersportarten gilt auch hier: Kohlenhydrate sind Trumpf! Die Auswahl der Fahrer ist hier ganz unterschiedlich. Der eine begnügt sich mit Nudeln, ein anderer nimmt sich zuerst einen Teller Müsli und gibt noch frisches Obst hinzu, bevor er dann zu Pasta greift. Was alle vermeiden, sind schwere Mahlzeiten. Auch wenn im Hotel oft verführerische Mehlspeisen angeboten werden: die liegen dann am Start noch im Magen, weil sie so viel Zeit brauchen, um verdaut zu werden. Unsere Fahrer wollen aber leicht und fit an der Startlinie stehen, deswegen ziehen sie Müsli, Brot und Nudeln den Mehlspeisen vor. Der Frühstückstisch ist auch so reich gefüllt, weil es richtig und wichtig ist, dass die Fahrer Freude am Essen haben. Findet einer nicht das, was er gerne hätte, isst er vielleicht zu wenig, um den notwendigen Energiebedarf zu decken.

Energie für die Sprinter
Sprinter konzentrieren sich auf den letzten Abschnitt der Etappe. Für manche sind auch die Zwischensprints interessant, aber je nach Taktik wird da unterschiedlich gefahren. Wer am Ende wirklich das Rad als erster über die Ziellinie bringen will, der muss sich seine Kräfte bis zum Schluss aufsparen. Die Energiespeicher müssen am Ende die Muskeln noch mit richtig viel Energie versorgen. Man muss vorausdenken: Wer beim Zielsprint top sein will, muss zur richtigen Zeit ein Gel nehmen. Schließlich ist das auch nicht innerhalb von einer Minute im Muskel, sondern das dauert ein paar Minuten. Mancher schwört auf Gels mit Koffeinzusatz, aber auch das muss im Körper aufgenommen werden, bevor es wirken kann. Es heißt also: Achtung auf den letzten Streckenabschnitt und rechtzeitig essen und trinken.

Nach dem Rennen
Da geht’s Schlag auf Schlag, besonders, wenn nach der Zielankunft noch lange Transfers anstehen. Die Fahrer müssen sich schon von der Ziellinie bis zum Hotelzimmer erholen und auch essen. Im Auto und Bus befinden sich deshalb einige Dinge zum Knabbern. Ich achte darauf, dass meine Vorstellung von Ernährung auch umgesetzt wird. In dieser Zeit nach dem Rennen kann viel falsch gemacht werden. Wichtig ist, die leeren Speicher aufzufüllen, vor allem mit Kohlenhydraten und Eiweiß. Einige Fahrer greifen zu Obst und Müsli, andere bevorzugen einen Teller Reis. Was in jedem Teambus hier im Radzirkus zu finden ist, das sind Olivenöl und Parmesan. Woher diese Prägung kommt, ich weiß es nicht, aber die Italiener haben schon viel von ihrer italienischen Küche mit in den Radzirkus gebracht. Diese beiden Lebensmittel sind fast so was wie das Herz der Ernährung für die Rennfahrer. Fehlt eines, dann ist das ein riesengroßes Problem. In jedem Team!

Judith Haudun

Judith Haudum ist 32 Jahre alt und stammt aus dem österreichischen Salzburg. Die studierte Sportwissenschaftlerin, Dozentin und Expertin für Sporternährung arbeitet beim Team BMC, das vom Sponsor Powerbar mit hochwertiger Sporternährung unterstützt wird.

Thomas Musch am 10.07.2014
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