Doping Doping

Urteil im Aderlass-Prozess

4 Jahre 10 Monate Haftstrafe für Mark S.

Andreas Kublik am 15.01.2021

Die Urteile im Prozess rund um die Operation Aderlass sind gesprochen: Der Hauptangeklagte Mark S., Arzt aus Erfurt, wurde von der Kammer am Landgericht München II zu vier Jahren und 10 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Auch ein Helfer muss in Haft. Für drei weitere Helfer gab es Bewährungs- beziehungsweise Geldstrafen

Das Gericht blieb unter den Strafanträgen der Staatsanwaltschaft. Richterin Marion Tischler begründete jedoch im Urteil, dass S. "Kopf des Dopingsystems" gewesen sei und bei ihm gewerbsmäßiges Doping in 24 Fällen und gefährliche Körperverletzung in einem Fall erwiesen seien. Mark S., früher auch Mannschaftarzt bei den Profiteams Gerolsteiner und Milram, erhielt zu dem ein dreijähriges Berufsverbot als Arzt. Außerdem muss er 158.000 Euro Euro zurückzahlen, die er durch Doping erzielt habe. Zu den Kunden des Doping-Arztes zählten zahlreiche Wintersportler sowie Radsportler wie Stefan Denifl, Georg Preidler, Alessandro Petacchi und Danilo Hondo.

Als Helfer erhielt Dieter Q., laut Urteilsbegründung "nur Beutel-Lieferant" beim Blutdoping, eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. Die Krankenschwester Diana S. erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Der Rettungssanitäter Sven M. und Ansgard S., der Vater des Hauptangeklagten, wurden zu Geldstrafen verurteilt.

Richterin Marion Tischler betonte in der Urteilsbegründung, dass der Gesetzgeber mit dem Antidoping-Gesetz einen "klaren Appell" an Strafverfolger und Gerichte beim Kampf gegen Doping gerichtet habe. Das Verfahren in München war der erste große Gerichtsprozess rund um Spitzensport seit Einführung des Gesetzes Ende 2015.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Andreas Kublik am 15.01.2021
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