Walter Röhrl steigt aufs Rennrad

Unbekannt

 · 20.04.2009

Walter Röhrl steigt aufs Rennrad

Er ist als Autofahrer berühmt geworden: Walter Röhrl, in den 1980er-Jahren zweifacher Rallye-Weltmeister, sitzt gleichermaßen begeistert wie ehrgeizig auf dem Rad – und macht sich Gedanken über Perfektion und Älterwerden.

Fasziniert vom Radsport: der Autorallye-Champ Walter Röhrl im Interview mit TOUR-Redakteur Andreas Kublik

TOUR: Herr Röhrl, Sie wollten Ende vergangenen Jahres in den Ruhestand gehen und Ihren Vertrag als Testfahrer für Porsche nicht mehr verlängern. Warum arbeiten Sie doch weiter?

RÖHRL: Ich habe mich noch einmal überreden lassen. Aber ich mache nur noch Ein-Jahres-Verträge – solange es Spaß macht, mache ich weiter. Aber, ehrlich gesagt, die Präsentationen von Porsche kann ich auch nur durchstehen, weil sie im Prinzip für mich Trainingslager sind. Die Präsentationen finden meistens in Südeuropa, im Warmen statt. Da habe ich dann jeden Tag von elf Uhr vormittags bis abends um sieben frei. Und in dieser Zeit fahre ich Rad.

Aufhören ist manchmal schwierig. Der ehemalige Formel-1- Weltmeister Prost hat im TOUR-Interview gesagt, das Rennradfahren sei für ihn eine Art Antidepressivum gewesen, um die Leere nach dem Rennsport zu füllen. War das bei Ihnen ähnlich?

Ja, das kenne ich schon auch. Ich habe 1987 aufgehört, Rallye zu fahren. Aber ich hatte das Glück, weiter in der Entwicklung arbeiten und Rennautos testen zu können. Sonst hätte ich das nicht überstanden. Viele haben damals gesagt: Der spinnt, so früh aufzuhören. Aber ich hatte mir vorgenommen: Bis 40 fahre ich, solange ich nachts noch perfekt sehe, solange ich der Beste bin – dann höre ich auf. Die Kombination, als Testfahrer zu arbeiten und Rad fahren zu können, war gut für mich.

Heißt Radfahren für Sie auch, Tempo aus Ihrem Leben herauszunehmen?

Nein. Was ich tue, hat nichts mit Tempo zu tun. Es deutet ja viel darauf hin, dass Geschwindigkeit eine große Rolle in meinem Leben spielt. Aber die Geschwindigkeit ist nicht mein Lebensinhalt. Perfektion ist das Entscheidende! Das Auto muss mir so gehorchen wie mein kleiner Finger. Beim Radfahren ist es der Ehrgeiz, fit und gut drauf zu sein.

Was bedeutet für Sie Perfektion auf dem Rad?

Das geht für mich damit los, wie ich auf dem Rad sitze, dass ich sauber trete. Ich finde es schrecklich, wenn Leute (setzt sich breitbeinig auf den Stuhl und tritt) o-beinig mit nach außen stehenden Knien treten.

Das gesamte Intervie mit Walter Röhrl finden Sie im PDF-Download.

Fotos: Christian Kaufmann

  Wenn es mal kein Bezin mehr gibt, dann komme ich mit dem Radl überall hin."
Wenn es mal kein Bezin mehr gibt, dann komme ich mit dem Radl überall hin."

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