Vortritt für Fußgänger

Unbekannt

 · 08.10.2004

Vortritt für Fußgänger

Auf kombinierten Fuß- und Radwegen müssen Radfahrer mit äußerster Umsicht auf Fußgänger achten und deren mögliches Fehlverhalten einkalkulieren.

Auf kombinierten Fuß- und Radwegen müssen Radfahrer mit äußerster Umsicht auf Fußgänger achten und deren mögliches Fehlverhalten einkalkulieren. Ein Rennradler, der bei Dunkelheit in richtiger Richtung und mit Beleuchtung auf einem gemeinsamen Rad- und Fußweg unterwegs war, prallte auf eine plötzlich aus dem Dunkel auftauchende Fußgängerin. Sie verletzte sich erheblich und klagte gegen den Radler. Das Landgericht entschied auf volle Haftung des Radlers, seine Berufung beim Oberlandesgericht blieb erfolglos. Grund: Der Radler habe gegen das Sichtfahrgebot verstoßen. Er sei in einem Lichtkegel von vier Metern Länge und eineinhalb Metern Durchmesser mit bis zu 25 Kilometern pro Stunde zu schnell unterwegs und unaufmerksam gewesen, da er ungebremst auf die Passantin prallte. Dass sie auf der falschen Seite ging, konnte der Radler nicht nachweisen (OLG Nürnberg, Urt. v. 7.4.2004 - 4 U 644/04, NZV 2004, 358).

Dr. Winfried Born, Soest