Fahrradunfall an einer Baustelle - Kein Schmerzensgeld bei Fahrradsturz in einer Baustelle

Unbekannt

 · 29.04.2016

Fahrradunfall an einer Baustelle - Kein Schmerzensgeld bei Fahrradsturz in einer BaustelleFoto: Jeanette Kühn

Wenn man als Radfahrer in einer Baustelle stürzt, bekommt man nicht automatisch Schmerzensgeld. Der betroffene Radfahrer scheiterte vor Gericht.

Im Sommer 2014 ereignete sich ein Fall, bei dem eine Straße über eine Breite von 80 Zentimetern rund 4 Zentimeter tief aufgefräst war. Die Baustelle war nicht abgesperrt; links neben dem aufgefrästen Streifen verblieb ein Fahrweg von 2,75 Metern Breite. Ein Radfahrer stürzte in der Baustelle so schwer, dass er mehrere Tage im Krankenhaus bleiben musste. Er verklagte die Baufirma auf Schmerzensgeld, blieb vor Gericht aber erfolglos. Der Radler habe die aufgefräste Stelle erkannt und sich trotzdem zum Weiterfahren entschieden. Die Verkehrssicherungspflicht fordere nur einen Schutz in Fällen, in denen die Gefahrenlage völlig überraschend eintrete oder nicht ohne weiteres erkennbar sei; beides sei vorliegend nicht der Fall gewesen. Es stehe außerdem nicht fest, ob der Sturz überhaupt auf die Baustelle zurückzuführen sei, denn der Kläger habe an den Unfallhergang keine genaue Erinnerung mehr gehabt. Die Beweistlast gehe aber zu Lasten desjenigen, der einen Anspruch geltend machte (LG Coburg, Urt. v. 11.2.2015 – 12 0 522/14).