Bernhard Kohl

Unbekannt

 · 30.08.2009

Bernhard Kohl

Bernhard Kohl hat innerhalb weniger Monate eine wilde Berg-und-Tal-Fahrt mitgemacht: Vom umjubelten Sporthelden Österreichs, der durch seinen Erfolg bei der Tour de France 2008 über Nacht international bekannt wurde, zum ertappten Dopingsünder. Im Interview hat er uns erzählt, wie es ist, mit der Lüge zu leben.

Bernhard Kohl hat innerhalb weniger Monate eine wilde Berg-und-Tal-Fahrt mitgemacht: Vom umjubelten Sporthelden Österreichs, der durch seinen Erfolg bei der Tour de France 2008 über Nacht international bekannt wurde, zum ertappten Dopingsünder. Doch anders als die meisten überführten Sportler hat der 27-Jährige beschlossen, ein neues Leben zu beginnen: Er hat seine Karriere beendet, umfassend gestanden und arbeitet nun mit den Dopingfahndern zusammen. Im Interview hat er uns erzählt, wie es ist, mit der Lüge zu leben.

Herr Kohl, haben Sie die Tour de France im Fernsehen verfolgt?

Dafür hatte ich wenig Zeit, aber ich schau’s mir immer noch gerne an, weil’s einfach schöne Bilder sind und weil es mich schon immer fasziniert hat.

Vor einem Jahr waren Sie noch einer der Hauptakteure – wie geht es Ihnen jetzt, wenn Sie solche Bilder sehen?

Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, weil das natürlich mein Leben war. Aber das Kapitel ist abgeschlossen. Und weil ich im Radsport meine Ziele erreicht habe, habe ich auch keine Rechnung mehr offen.

Vermissen Sie etwas aus Ihrem alten Leben als Radprofi?

Der Mensch hat die Gabe, dass er sich mehr an das Gute als an das Schlechte erinnert. Das war einfach ein Kapitel in meinem Leben, das ich nicht missen will. Aber andererseits bin ich jetzt froh, dass es vorbei ist und ich raus bin aus diesem Sumpf; dass ich einen klaren Schlussstrich gezogen habe.

Das gesamte Interview finden Sie unten als PDF-Download.

ZUR PERSON:

Geboren: 4. Januar 1982 in Wien

Wohnort: Wolkersdorf, Österreich

Größe: 172 cm; Gewicht: 61 kg

Radprofi seit: 2005

Teams: Nachwuchsteam Rabobank (2003–2004), T-Mobile (2005–2006), Gerolsteiner (2007–2008)

Erfolge: Österreichischer Meister; 3. Platz Dauphiné Libéré 2006; 3. Gesamtrang und Bergtrikot Tour de France 2008 (nachträglich aberkannt)

Interview: Andreas Kublik, Fotos: Johannes Kernmayer

  "Ich wusste, dass mein Leben nie mehr sein wird wie es war."
"Ich wusste, dass mein Leben nie mehr sein wird wie es war."
  "Man muss Jugendlichen erklären, welche Schäden Doping anrichtet."
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