Aufsichtspflicht von Eltern im Straßenverkehr - Früh übt sichKinder auf dem Rennrad

Unbekannt

 · 07.12.2015

Aufsichtspflicht von Eltern im Straßenverkehr - Früh übt sich: Kinder auf dem RennradFoto: Jeanette Kühn

Wenn sich Kinder im Alter von unter zehn Jahren im Straßenverkehr bewegen, müssen die Eltern auf sie acht­geben. Diese Aufsichtspflicht hat aber Grenzen.

Im entschiedenen Fall war ein achtjähriger Junge mit seinem Fahrrad in einer verkehrsberuhigten Straße in der Nähe der elterlichen Wohnung ­unterwegs. Als er nach rechts in eine Straße abbiegen wollte, stieß er mit einem dort an der Halte­linie stehenden Pkw zusammen. Dessen Fahrerin wollte ihren Schaden von rund 2.200 Euro ersetzt erhalten mit der Begründung, die Eltern hätten ihre Aufsichtspflicht verletzt. Während sie damit beim Amts­gericht noch erfolgreich war, war das Landgericht anderer Ansicht. Der Junge habe zwar den Unfall verursacht, den Eltern sei aber keine Verletzung ihrer Aufsichtspflicht vorzuwerfen. ­Diese Pflicht hänge von Alter und Einsichtsfähigkeit des Kindes ab, und zudem von den besonderen Gegeben­heiten; im Übrigen müssten Kinder frühzeitig zu selbstständigem Verhalten erzogen werden. Hier sei dem Kind der verkehrsberuhigte ­Bereich vertraut ­gewesen, weil er in der Nähe der Wohnung gelegen habe; außerdem habe der Junge gut Fahrrad fahren können und sei von den Eltern auf die allgemeinen Verkehrsregeln hingewiesen worden (LG Saarbrücken, Urt. v. 13.2.2015 – 13 S 153/14, NZV 2015, 386).