30 Fahrer, 80.000 km: der große TOUR-Rennradreifentest 30 Fahrer, 80.000 km: der große TOUR-Rennradreifentest
Reifen

Reifentest

Matthias Borchers am 14.12.2005

Der ideale Rennradreifen sollte pannensicher sein, lange halten, leicht rollen und in kritischen Situationen gut haften. Gibt es das? 18 Modelle von 10 Herstellern stellten sich dem größten Labor- und Praxistest der TOUR-Geschichte. (TOUR 10/2005)

Ein Reifen muss mindestens 5.000 Kilometer halten, besser noch eine ganze Saison!“, fordert Ralf Bornschlegel. Gerd Linke nickt und fügt hinzu: „Und am besten ohne Platten.“ Bornschlegel und Linke gehörenzum Radsportverein RVC Altenkunstadt. Zusammen mit 30 weiteren Vereinsfahrern haben sie für TOUR insgesamt 80.000 Testkilometer auf die Reifenmodelle gespult und damit unsere Labortests mit dem größten Praxistest ergänzt, den TOUR je gemacht hat.

Was die beiden Kilometersammler nach dem Test so lauthals gefordert haben, steht bei Rennradfahrern in der Wunschliste ganz oben, wenn es um den richtigen Reifen geht: Denn je länger ein Reifen hält, desto geringer sind die Betriebskosten des Rennrades. Doch es ist nicht nur eine Kostenfrage: Pannen reduzieren die sowieso schon knappe Trainingszeit und stören besonders, wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist.

Neben Pannensicherheit und Laufleistung sind Kurvenhaftung und Rollwiderstand zwei weitere wichtige Eigenschaften, die einen guten von einem schlechten Reifen unterscheiden. Wie leicht oder schwer ein Reifen rollt, kann im Wettkampf schließlich über Sieg oder Niederlage entscheiden – und wie gut ein Reifen in der Kurve oder auf nasser Straße haftet, manchmal sogar über Leben oder Tod.

KURZ & KNAPP

Bei der Reifenentwicklung müssen die Hersteller immer Kompromisse eingehen. Generell rollen pannensichere Reifen weniger gut als pannenanfällige, und Langläufer mit harter Gummimischung haften in der Regel weniger gut. Am besten abgeschnitten in drei Kategorien hat Michelins „Pro2 Race“. Angebliche Spezialisten wie Hutchinsons „Top Speed“ oder Vittorias „Pro Rain“ halten dagegen nicht, was ihre Namen versprechen. Insgesamt ist das Angebot an guten, pannensicheren Allroundern breit gefächert.

Diese Reifen finden Sie im Test:

Continental Grand Prix Attack/Force, Grand Prix 3000, Ultra Gator Skin;

Deda Tre Giro d'Italia;

Hutchinson Fusion und Top Speed;
Michelin Carbon, Megamium 2 und Pro 2 Race;
Panaracer Stradius Pro;
Pariba Revolution;
Ritchey Pro Race Slick WCS;
Schwalbe Stelvio Ev. Front/Rear, Stelvio und Stelvio Plus;
Specialized S-Works Mondo;
Vittoria Open Corsa Evo CX und Diamante Pro Rain

Matthias Borchers am 14.12.2005