Rahmen im Alu-Carbon-Mix Rahmen im Alu-Carbon-Mix
Rahmen

Rahmen im Alu-Carbon-Mix

Manuel Jekel am 29.08.2004

Im Wettstreit ums beste Rahmenmaterial mischen einige Hersteller stilvoll Carbon mit Aluminium – oder Titan. Fünf Rahmen-Schmuckstücke sollen zeigen, ob sich die Materialeigenschaften aus zwei Welten sinnvoll vereinen. (TOUR 8/2004)

Stellen Sie sich vor, alle Rennradhersteller gründen ein Kartell und bauen nur noch Carbonrahmen um tausend Gramm. Ein schöner Traum? Eher die pure Langeweile. Für viele Radfans ist ein Rennrad eben mehr als die Summe von Messwerten oder die Entscheidung für einen bestimmten Werkstoff. Design, Farben, Liebe zum Detail sind oft ebenso wichtige Gründe für den Kaufentscheid. Deshalb bietet der Rennradmarkt den Herstellern auch in Zukunft alle Chancen, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen. Neben superleichten Rahmen aus Carbon wird es auch weiterhin feine Alurahmen geben, ebenso wie es Nischen gibt für handwerklich gefertigte Rahmen aus Stahl und Titan – und für Materialmix-Rahmen.

Zugegeben: Der Begriff ist etwas sperrig. Die Rahmen selbst, bei denen die Hersteller mehrere Werkstoffe kombinieren, sind meist wunderschön. Schon in den 80er Jahren verklebten Firmen wie Alan, Look, TVT und Vitus Carbon-Rohre in Alu-Muffen und bauten konkurrenzlos leichte, aber auch sehr flatteranfällige Rahmen. Ende der 90er Jahre erhielt das Thema neue Konjunktur, als immer mehr Hersteller begannen, vorgefertigte Carbon-Hinterbauten in Alu-Rahmen einzukleben. Inzwischen gehen einige Hersteller deutlich weiter und mixen aus verschiedenen Werkstoffen ganz individuelle Rahmen-Cocktails.

Neben den statischen Messwerten hängt die Qualität von Materialmix-Konstruktionen stark davon ab, wie perfekt die Hersteller die Werkstoffe verbinden. Die Klebestellen von Carbon und Metall müssen extrem sorgfältig vorbereitet werden.

Rein technisch spielen die getesteten Modelle – ausgenommen das im Lenkkopf etwas unterdimensionierte LeMond – in der Oberliga der modernen Alu- und Carbon-Rahmen mit. Aber der hohe Fertigungsaufwand muss teuer bezahlt werden: Die fünf Renner kosten 4.000 bis 7.000 Euro. Dafür erhält man aber ein begeisterndes, handwerklich gut gemachtes und eigenständiges Rad.

Die Rahmen in diesem Test:
BMC SLT01 Team Replica, Cannondale Six 13, Isaac Force, Lemond Victoire, Specialized Tarmac

Manuel Jekel am 29.08.2004
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