Rahmen

Krautscheid-Rahmen

Kuehn am 31.01.2009

Die Geometrie – steile Winkel, kurzer Radstand, wenig Nachlauf – ist eine Freude für Liebhaber wendiger Fahrwerke.

Für unser Testrad mixte Günter Krautscheid den stählernen “Spirit”-Rohrsatz von Columbus mit einer ordentlichen Portion Carbon. Gabel, Teile von Steuerund Sitzrohr sowie die Sitz- und Kettenstreben bestehen aus Kohlefaser. Technische Vorteile bringt der Materialmix außer einer deutlichen Gewichtsersparnis zwar nicht. Die Lenkkopfsteifigkeit erreicht das Niveau eines gemufften Stahlklassikers aus Columbus’ SL-Rohr.

Doch um Rekorde auf der Prüfbank ging es Krautscheid nicht. Sein Ziel war es, Klassik und Moderne des Rahmenbaus zu verbinden. Dafür warf er die ganze Erfahrung seiner mehr als 30 Berufsjahre in die Waagschale. Um das Carbon-Sitzrohr einzufügen, musste er erst das komplette vordere Rahmendreieck löten. Dann schnitt er den mittleren Teil des Sitzrohrs heraus und ersetzte ihn durch ein von oben eingeschobenes Carbonrohr. Ähnlich am Steuerrohr, wo eine eingeklebte Carbonhülse das heraus getrennte Stück Rohrwand ersetzt. Leider ist dem Rahmenbauer dort beim Lackieren ein Missgeschick passiert. Weißer Lack vom Steuerrohr ist auf die Carbon-Hülse gelaufen und wurde nicht restlos entfernt – das nimmt der sonst sehr sauber ausgeführten Juweliersarbeit etwas von ihrer Wirkung.

Für die Komplettierung des 7,6-Kilo-Renners wählte Campa-Fan Krautscheid die neue Super-Record-Gruppe der Italiener. Die Geometrie – steile Winkel, kurzer Radstand, wenig Nachlauf – ist eine Freude für Liebhaber wendiger Fahrwerke.

PLUS: relativ leicht; guter Federkomfort am Sattel

MINUS: nur für leichte Fahrer ausreichende Fahrstabilität

Web: www.krabo.de

Kuehn am 31.01.2009
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