SRAM Rival AXS SRAM Rival AXS

Neue Funk-Schaltung

SRAM präsentiert kabellose Rival AXS-Gruppe

Julian Schultz am 15.04.2021

„This shifts everything“: Mit diesem Slogan schickt SRAM seine neue kabellose Komplett-Gruppe Rival eTap AXS ins Rennen. Schon ab 1.228 Euro bekommt man eine vielversprechende Ausstattung, mit der der US-amerikanische Hersteller eine Kampfansage an Shimano richten will. Wir haben die Funk-Gruppe vor dem Marktstart (15. April) unter die Lupe genommen und beantworten die wichtigsten Fragen. Eines der Highlights ist der preiswerte Powermeter.

Was ist neu?

Nach den beiden Top-Gruppen Red und Force setzt SRAM nun auch bei der Rival erstmals auf eine kabellose Übertragung. Der US-amerikanische Hersteller verspricht eine Funkschaltung mit innovativer Übersetzung, integrierter Leistungsmessung sowie AXS-Konnektivität – und setzt dabei auf die gleichen Stellmotoren, Akkus und Funk-Technologie wie bei den beiden höherpreisigen Gruppen. Neben den im Vergleich kleineren Schalthebeln macht vor allem der achsbasierte Powermeter von Quarq neugierig. Im Vergleich zu bisherigen Schaltsystemen der Konkurrenz soll zudem ein größeres Übersetzungsspektrum mehr Flexibilität schaffen. Im Handel erhältlich ist die Komplettgruppe ab 15. April. Als erste Hersteller statten Specialized (beim Roubaix), Storck (beim Aerfast3) und Orbea (beim Orca M31e Team) ihre Räder mit der Rival eTap AXS aus.

Fotostrecke: SRAM Rival AXS

Für wen ist die Rival eTap AXS geeignet?

Wer bereits mit der Shimano Ultegra Di2 elektronisch unterwegs und damit technischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen ist, der dürfte sich auch für die SRAM Rival eTap AXS interessieren. Zumal die Integration eines Powermeters kaum je einfacher und vor allem preiswerter war als beim US-amerikanischen Hersteller. Weil der Griffkörper der Schalthebel zudem kleiner wurde, fühlen sich nun auch Fahrer mit kleineren Händen wohl. SRAM selbst nennt als Zielgruppe Fahrer im Bereich zwischen 150 und 250 Watt. Für ambitionierte Wettkämpfer eignet sich die Mittelklasse-Gruppe unter anderem aufgrund ihres hohen Gewichts und der fehlenden Konfigurationsmöglichkeit mit dem großen 50/37-Kettenblatt dagegen weniger. 

Worin liegen die größten Unterschiede zu Force eTap und Red eTap?

Anders als bei Force eTap und Red eTap sind bei der Rival eTap viele Bauteile aus Aluminium und nicht aus Carbon gefertigt – irgendwie muss der günstige Einstiegspreis schließlich zustande kommen. Statt der Flüssigkeitsdämpfung des Schaltwerks kommt eine herkömmliche Federkupplung zum Einsatz. Auch beim Powermeter muss man bei der Rival-Gruppe Abstriche machen. Während bei Red und Force im Kurbelstern gemessen wird und damit exaktere Daten ermittelt werden können, basiert die Messung bei der Rival "nur" in der linken Kurbelachse. Für Gewichtsfetischisten ist die neue Komplettgruppe indes nichts. Vor allem der Unterschied zum größten Konkurrenten, der Ultegra Di2 von Shimano, ist mit einem Mehrgewicht von fast 500 Gramm enorm. Der Unterschied zur Force eTap AXS fällt mit einem Plus von 250 Gramm nicht ganz so deutlich aus.

Was soll die Mittelklasse-Gruppe kosten?

Die Rival eTap AXS ist in der Einfach-Variante ohne Powermeter für 1.228 Euro erhältlich. Die Zweifach-Version ohne Powermeter kostet 1.463 Euro. Zum Vergleich: Für eine Shimano Ultegra Di2 oder die Force eTap AXS werden aktuell im Onlinehandel etwa 2.000 Euro fällig – ein satter Preisunterschied von rund 500 Euro also.

Wie viele Kilometer kann man mit einer Akkuladung zurücklegen?

Die Rival eTap AXS soll bei voller Aufladung rund 60 Fahrstunden und laut Herstellerangabe mehr als 1.000 Kilometer durchhalten. Auch hier lohnt wieder ein Vergleich: Im TOUR-Langzzeittest kamen wir mit den elektrischen Shimano-Schaltungen etwa doppelt so weit, mit der Force eTap AXS sind 1.400 Kilometer drin. Zum Laden muss die Batterie aus dem Schaltwerk/Umwerfer entnommen werden, innerhalb einer Stunde soll der Akku dann wieder voll sein.

Eignet sich die Rival eTap AXS nur für Rennräder?

Nein! Der Standardumwerfer lässt eine Hinterreifenbreite bis zu 42 Millimeter (für 28 Zoll-Reifen) zu, mit den optionalen "Wide"-Kurbelgarnituren (zweifach und einfach) sind mehr als 45 Millimeter möglich – das gibt es so bei keinem anderen Hersteller. Die neue Funk-Gruppe eignet sich damit auch bestens für Gravel- oder Cyclocross-Räder.

Was bietet die neue Funk-Gruppe sonst noch?

Mit einer kostenlosen App für iOS- und Android-Geräte können unter anderem die Schalteinstellungen personalisiert, Schaltvorgänge ausgewertet oder die Komponenten aktualisiert werden. SRAM weist zwar darauf hin, dass die Rival-Komplettgruppe auch ohne Smartphone und die mobile Anwendung voll funktionsfähig ist. Firmware-Updates oder Personalisierungsmöglichkeiten setzen jedoch die App voraus. Mit Garmin oder Wahoo werden zudem die gängigsten Fahrradcomputer unterstützt.


Gewogene Einzelgewichte
Bauteil Gewicht
Schaltwerk 351 Gramm
Umwerfer 182 Gramm
Kurbelsatz 46/33 inkl. Powermeter 888 Gramm
Schaltbremshebel 491 Gramm
Bremssättel, Paar 234 Gramm
Bremsscheiben, Paar 320 Gramm
Ritzelpaket 10-30 282 Gramm
Kette 239 Gramm

 

Preise:

Zweifach mit Powermeter:  1.688 Euro 

Zweifach ohne Powermeter: 1.463 Euro

Einfach mit Powermeter:  1.453 Euro

Einfach ohne Powermeter:  1.228 Euro

Kurbelabstufungen:

2-fach (Standard): 48/35 oder 46/33 Zähne

2-fach (Wide): 43/30 Zähne

1-fach (Wide): 38 bis 46 Zähne

Kassetten:·         10-30- und 10-36 Zähne

Kurbellängen:·         160/165/170/172,5/175 Millimeter

Julian Schultz am 15.04.2021
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