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Komplettgruppen

Campagnolo präsentiert Electronic Power Shift (EPS)

Kristian Bauer am 10.12.2011

Nach Shimano hat jetzt auch Campagnolo eine elektronische Schaltgruppe vorgestellt. EPS – Electronic Power Shift – lautet der Namenszusatz für die neuen Schaltkomponenten, die für die Gruppen Super Record und Record Anfang 2012 erhältlich sein werden.

EPS soll mit den erfolgreichen Di2-Komponenten von Shimano konkurrieren. Das Ensemble ist insgesamt technisch etwas komplizierter aufgebaut, bietet dabei auch einige Features mehr. Gegenüber den mechanischen Campagnolo-Schaltgruppen Record und Super Record besteht ein Mehrgewicht von rund 200 Gramm.

Fotostrecke: Campagnolo EPS 2012

Die beiden neuen Gruppen werden die leichtesten elektronischen Gruppen auf dem Markt sein, preislich soll die Record mit der Dura-Ace Di2 mithalten können. Die Super Record wird wie bisher noch darüber liegen. An Zeitfahrschaltern, die das Schalten sowohl an den Auslegern als auch am Basislenker zulassen, arbeitet Campagnolo noch. Sie sollen vor Beginn der Rennsaison 2012 präsentiert werden.

Ein erster Fahrbericht:

Wie bei Campas mechanischen Ergopower-Hebeln kann man auch mit EPS mit einem Knopfdruck mehrere Gänge auf einmal schalten: Je länger ein Knopf gehalten wird, desto mehr Gänge schaltet das Schaltwerk in einem Zug rauf oder runter. In 1,5 Sekunden überspringt es alle elf Ritzel. Im ersten Fahrtest zeigt sich, dass man sich schnell daran gewöhnt. Einen Sprung von zwei oder drei Gängen trifft man mit etwas Übung auf den Punkt, was schon mit dem mechanischen Daumenhebel nicht immer gelang. Erst bei größeren Sprüngen verschaltet man sich leicht. Den Knopf mehrmals in schneller Folge anzutippen, ist aber ebenso möglich. Auch ergonomisch bietet die EPS-Version Vorteile gegenüber der mechanischen Variante: Der viel gelobte Griffkörper mit den ausgeprägten Höckern ist geblieben, der Daumenhebel zum Schalten auf ein kleineres Ritzel oder Kettenblatt sitzt nun näher am Lenker und ist zungenartig nach unten geschwungen. Er lässt sich aus allen Lenkerpositionen auch mit kleinen Händen viel besser erreichen. Die Bedienung der Schaltknöpfe erfordert mehr Kraft als bei Shimanos Di2, vermittelt dadurch aber ein besseres Feedback, was wir im Fahrtest als Vorteil empfanden.

Die Signale der Schaltknöpfe an den Hebeln werden in einer zentralen „Power Unit“ verarbeitet, die als Kasten mit integriertem Zwölf-Volt-Akku am Unterrohr sitzt. Der Akku ist nicht abnehmbar, zum Aufladen muss das ganze Rad an die Steckdose. Dafür lässt sich der Akku auch am Zwölf-Volt-Anschluss eines Autos aufladen.

Die „Power Unit“ kontrolliert zudem ständig die Funktion der Bauteile und zeigt per fünffarbiger LED an, ob und was defekt ist. Zusätzlich ertönt ein Warnton. Die beiden neuen Gruppen werden die leichtesten elektronischen Schaltungen auf dem Markt sein. Preislich soll die Record mit der Dura-Ace Di2 von Shimano mithalten können, die Super Record wird teurer sein. Zeitfahrschalter sollen noch vor Beginn der Rennsaison 2012 präsentiert werden.

EPS-Fakten*

Komplettgewicht 2.184 Gramm (Record) bzw. 2.098 Gramm (Super Record)
Mehrgewicht zur mechanischen Version 223 Gramm (Super Record) bzw. 210 Gramm (Record)
Reichweite zwischen 1.500 und 2.500 Kilometern mit einer Akkuladung
Akku-Ladezeit maximal 90 Minuten
Schaltzeit aufs nächste Ritzel 0,35 Sekunden (0,47 Sek. bei der mechanischen Schaltung)

* Herstellerangaben

Kristian Bauer am 10.12.2011