Campagnolo Centaur 2017 Campagnolo Centaur 2017

Campagnolo-Neuheiten

Campagnolo präsentiert neue Centaur-Gruppe

Manuel Jekel am 10.05.2017

Campagnolo lässt die Centaur-Gruppe wieder aufleben. Die unterhalb der Potenza angesiedelte Elffach-Gruppe ist ausschließlich für Felgenbremsen ausgelegt und künftig die günstigste Gruppe von Campa. Dafür entfällt das Zehnfach-Ensemble Veloce.

Mit der komplett neu entwickelten Centaur will Campagnolo Rennradeinsteigern eine preiswerte Alternative zu Shimanos 105-Gruppe bieten. Laut Preisliste soll die komplette Gruppe inklusive Schaltung, Bremsen und Antrieb ca. 757 Euro kosten. Die tatsächlichen Marktpreise dürften sich erfahrungsgemäß aber darunter einpendeln.

Um Kosten zu sparen, wurde die neue Centaur eng an die 2016 vorgestellte Potenza-Gruppe mit Felgenbremsen angelehnt. Technik und Ergonomie der Ergopower-Bremsschalthebel stammen eins zu eins von der Potenza. Die Griffkörper bestehen aus Carbon-verstärktem Kunststoff, die Bremshebel aus Aluminium. Im Inneren der Hebel verrichtet der von der Potenza bekannte Power-Shift-Mechanismus seinen Dienst. Anders als bei den teuren Campa-Gruppen Super Record, Record und Chorus, die über die aufwändigere Ultra-Shift-Mechanik verfügen, erfolgen bei Power-Shift Gangwechsel auf kleinere Ritzel jeweils schrittweise.

Die Kurbelgarnitur der Centaur wirkt auf den ersten Blick wie ein Klon des Potenza-Antriebs. Mit ihr wird der 2014 bei den Topgruppen eingeführte vierarmige Kurbelstern nun endgültig zum Erkennungsmerkmal aller Campa-Kurbeln. Anders als die innen hohlen Potenza-Kurbeln bestehen die Centaur-Kurbeln aber aus solidem Aluminium und sind deshalb etwas schwerer. Überraschenderweise setzt Campagnolo bei der Centaur-Kurbel auf die von den Topgruppen bekannte, in der Mitte teilbare Ultra-Torque-Achse mit Hirth-Verzahnung. Bei der Einführung der Potenza-Kurbel, die über eine durchgehende Power-Torque-Welle verfügt, hatten die Italiener noch argumentiert, Ultra-Torque sei für eine Mittelklasse-Gruppe zu teuer. Dieses Argument zählt nach Aussage von Campagnolo inzwischen jedoch nicht mehr, weil ein Weg gefunden worden sei, die Herstellungskosten für die Achsen zu senken. Lieferbar sind die die Centaur-Kurbeln mit den Kettenblattabstufungen 52/36 und 50/34 Zähne.

Fotostrecke: Campagnolo Centaur 2017

Campagnolo Centaur 2017
Campagnolo Centaur 2017
Campagnolo Centaur 2017
Campagnolo Centaur 2017

Das Centaur-Schaltwerk ist ausschließlich mit mittellangem Käfig lieferbar und mit Ritzelpaketen bis zu 32 Zähnen kompatibel. Aus Kostengründen verfügt das Schaltwerk nicht über die so genannte Embrace-Technologie der teureren Campa-Schaltwerke, durch die die Anzahl der von der Kette gegriffenen Ritzelzähne erhöht wird. Drei Ritzelpakete stehen für die Gruppe zur Verfügung: 11-29, 11-32 und 12-32 Zähne. Diese sind auch für Besitzer teurerer Campa-Gruppen interessant. Laut offizieller Preisliste sind die Centaur-Kassetten mit ca. 86 Euro etwa halb so teuer wie die Potenza- beziehungsweise Chorus-Kassetten.

Komplett neu entwickelt wurden die Centaur-Felgenbremsen im Dual-Pivot-Design mit durchbrochenen Bremsarmen. Das Gewicht der kompletten Gruppe gibt Campagnolo mit 2.471 Gramm an.

Die neue Centaur knüpft an mehrere gleichnamige Vorgängerinnen an. Ab dem Modelljahr 2002 war die Centaur die Nummer drei im Gruppen-Ranking des Komponentenherstellers und eine beliebte Alternative zu Shimanos Ultegra. Je mehr Campagnolo in den folgenden Jahren sein Gruppensortiment ausweitete, desto mehr rutschte die Centaur allerdings in der hausinternen Hierarchie nach hinten und geriet zunehmend aus dem Fokus. 2015 verschwand sie schließlich aus dem Katalog.

Die neue Centaur ist in schwarz und silber erhältlich. Als schwarze Ausführung ist sie ab sofort, als silberfarbene Variante ab September lieferbar.

Manuel Jekel am 10.05.2017
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