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Versteckter Motor im Amateursport

Erster Motordopingfall in Frankreich

Kristian Bauer am 02.10.2017

Ein Amateurfahrer in Frankreich ist bei einem Radrennen mit verstecktem Motor erwischt worden. Es ist der erste nachgewiesene Motordopingfall in Frankreich.

Bei einem Radrennen in Saint-Michel-de-Double in der Dordogne wurde ein Fahrer mit einem versteckten Motor erwischt. Der Zugriff erfolgte, nachdem Hinweise anderer Fahrer eingegangen waren. Ihnen waren verdächtige Kabel aufgefallen – außerdem berichteten sie bei einem Rennen am Wochenende zuvor von auffallend starken Antritten an den Anstiegen.

Auch beim Rennen in Saint-Michel-de-Double fuhr der Fahrer erstaunlich stark und konnte zwischenzeitlich zwei Minuten Vorsprung auf das Feld herausfahren. Nur ein Fahrer konnte ihm im Windschatten folgen. Es handelte sich um ein Rennen der untersten Amateurkategorie Frankreichs.

Doch diesmal warteten Vertreter der Polizei, des Französischen Radsportverbands FFC und der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD auf den Fahrer um sein Rad unter die Lupe zu nehmen. Dabei stellten sie fest, dass in der Trinkflasche ein Akku versteckt war, der den im Rahmen verborgenen Motor speiste. Der 43-jährige Lizenzfahrer war für einen lokalen Radclub am Start und hat laut französischen Medienberichten das Motordoping gestanden. Es wird jetzt geprüft, welche Prämien der Fahrer in der letzten Zeit eingefahren hat. Das Verfahren gegen ihn wurde bereits eröffnet. Ihm drohen sowohl eine lange Sperre, als auch eine hohe Geldstrafe.

"Meine Sorge ist, dass sich diese Art des Betrugs relativ leicht im Amateursport verbreitet, weil die Technologie weit verbreitet ist und wir nicht die gleichen Mittel zur Kontrolle haben, wie im Profisport", zeigte sich der FFC-Präsident Michel Callot gegenüber der Tageszeitung Sud-Ouest besorgt. "Ich habe große Angst um den Amateursport".

Der ertappte Fahrer gewann in letzter Zeit mehrere Rennen und damit auch Prämien. "Ich habe es nicht wegen dem Geld gemacht, sondern wegen dem guten Gefühl. Ich habe gepokert und verloren", erklärte er in einem Interview. Nach eigener Aussage hat er den Motor nur bei fünf Rennen benutzt. Gekauft hat er ihn über einen Anbieter im Internet. Die Idee kam ihm, nachdem er im Frühjahr aufgrund einer Verletzung drei Monate nicht trainieren konnte."Die verkaufen 20 bis 30 Stück im Monat. ich bin nicht der Einzige", sagte er gegenüber france bleu.

Das französische Fernsehen hat dem Motordopingfall einen TV-Beitrag gewidmet. Die Kurzfassung ist auf Facebook abrufbar.

Kristian Bauer am 02.10.2017
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