TOUR Transalp 2019 TOUR Transalp 2019

Tatiana Guderzo bei Jedermann-Etappenrennen

TOUR Transalp als Training für Giro Rosa

Kirsten Elschner / Andreas Kublik am 26.06.2019

Tatiana Guderzo gehört zu den weltbesten Straßenrad-Fahrerinnen der Welt. Derzeit bereitet sie sich bei der TOUR Transalp auf den Giro Rosa vor. TOUR hat mit der Italienerin gesprochen.

2009 gewann Guderzo die WM, 2018 wurde sie in Innsbruck Dritte. Ihr nächstes Ziel: der Giro Rosa. Als Vorbereitung auf das wohl wichtigste Straßenrennen der Frauen hat sie sich für die TOUR Transalp 2019 angemeldet,  Europas härtestes Rennrad-Etappenrennen für Jedermann. Die Italienerin startet gemeinsam mit Teampartner Carlo Muraro und führt derzeit in der Mixed-Wertung. Eine optimale Trainingsvorbereitung, tolle Aussichten inklusive.


Es ist deine erste TOUR Transalp,  wie läuft es bislang?

Ich bin hier, um mich auf den Giro Rosa vorzubereiten. Es läuft gut - das Wetter, die Strecke und das Rennen insgesamt. Die erste Etappe von Innsbruck nach Riva war  vergleichsweise einfach, aber ab Tag 2 stehen einige harte Anstiege auf dem Programm.

Die TOUR Transalp ist ein Mixed-Rennen. Ist es härter für dich, hier mitzufahren als bei reinen Frauenrennen?
Es ist auf jeden Fall ganz anders. Bei Frauenrennen gibt es auch viele Berge, aber mit weniger Höhenmetern als hier. 3400 Höhenmeter am Tag sind schon hart für mich, aber es ist ein gutes Training.

Der Passo Gavia  musste aufgrund von Erdrutsch-Gefahr leider von der Strecke gestrichen werden. Bist du sehr enttäuscht?
Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut. Der Passo Gavia ist auch Teil des Giro Rosa und es wäre eine tolle Gelegenheit für mich gewesen, den Pass unter Rennbedingungen und mit Vollgas zu fahren, um zu gucken, was in mir steckt.

TOUR Transalp Tatiana Guderzo

Apropos Vollgas: Was sind deine Erwartungen für die TOUR Transalp?
Ich starte hier mit Carlo als Mixed-Team. Er hat die TOUR Transalp letztes Jahr als Fünfter beendet und will natürlich sein Bestes geben. Das will ich auch, aber nach meiner langen Trainingsphase, werde ich auch auf meinen Körper hören und wenn ich merke, dass ich müde werde, lasse ich es ruhig angehen. Carlo hat schon lange versucht, mich zu überreden, hier mitzufahren und ich habe immer gesagt, dass ich das auf jeden Fall noch machen werde, bevor ich mit dem Radfahren aufhöre (lacht). Aber dann hat er mich doch überzeugen können, es schon dieses Jahr zu machen. Und ich genieße es, nette Leute um mich herum zu haben, immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Das ist neu für mich, denn bei anderen Rennen herrscht viel mehr Aggressivität und  Druck nach vorne. Dies hier ist zwar auch ein Rennen, aber ich habe trotzdem Zeit, die Landschaft zu genießen.

Also gibst du richtig Vollgas oder testest dich kontrolliert an dein Limit heran?
Auf der ersten recht kurzen Etappe  von Innsbruck nach Brixen war es schwierig, mein eigenes kontrolliertes Tempo zu fahren. Ich war überrascht, wie schnell das Rennen gestartet ist, wow.  Aber bei den Etappen mit mehr Steigungen versuche ich, mein eigenes Rennen zu fahren und sehen, was möglich ist.


 

Kirsten Elschner / Andreas Kublik am 26.06.2019