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Streit in Frankfurt: „Radfahrer sind unbelehrbar“

Kristian Bauer am 04.05.2015

Nach der Absage von Eschborn-Frankfurt reagieren die Radfahrer besonnen und setzen ein friedliches Zeichen mit einer gemeinsamen Fahrt über die Strecke. Zwei Zeitungskommentare verurteilen die Radfahrer im aggressiven Ton.

Dass Eschborn-Frankfurt wegen einer "eventuellen Gefährdung der Bevölkerung" abgesagt wurde, trugen die Radfahrer mit Fassung. Nicht nur die Profis hatten sich auf dieses Rennen gefreut, auch viele Jedermänner waren extra für dieses Rennen angereist. Über die sozialen Medien verbreitete sich die Idee einer gemeinsamen Demo auf dem Rad in Form einer entspannten, gemeinsamen Trainingsfahrt. Dass der Sport sich vom Terror nicht aufhalten lässt, sollte die Botschaft sein. Ein Gastwirt spendierte Freibier – auf der Straße herrschte entspannte Ausgelassenheit. In der Frankfurter Rundschau und anderen Medien wurde positiv über die Aktion berichtet. Doch nicht jedem gefiel diese Aktion.

Aggressive Kommentare in der Tagespresse sorgten bei Radfahrern für Unverständnis. So verurteilt die Frankfurter Allgemeine in ihrer Ausgabe vom 2. Mai die Radfahrer, die sich zur gemeinsamen Fahrt trafen: "Dass sich einige Fahrer am Freitag auf eigene Faust auf den Weg machten, war eine unnötige Trotzreaktion und behinderte den Verkehr", schreibt sie auf der ersten Seite.

Im Ton vergriffen hat sich die Rheinische Post in ihrem Artikel "Unvernünftige Jedermänner". Sie wirft ihnen vor nach "Anarcho-Art" die Entscheidungen der Behörden zu ignorieren und empfiehlt eine Schocktherapie: "Den unbelehrbaren Radfahrern sollte man Bilder der zerfetzten Gliedmaßen von Zuschauern und Teilnehmern des Boston-Marathons 2013 zeigen, um zu verdeutlichen, was passieren kann". Im TOUR-Forum entfachten die Artikel eine hitzige Diskussion.

Welche wirtschaftlichen Folgen die Absage für den Veranstalter hat, ist weiter unklar. Auf Nachfrage konnte TOUR auch noch keine Informationen erhalten ob und wie Jedermänner ihr Startgeld zurück erhalten. Wenigstens die Tiere im Zoo profitieren von der Absage des Rennens: 3.500 Bananen und 2.000 Äpfel sind nach der Absage übrig geblieben. Sie werden den Tieren des Opel-Zoos in Kronberg gespendet.

Kristian Bauer am 04.05.2015
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