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Begriffe rund um Rennrad-Veranstaltungen

Was ist eigentlich ein Radmarathon?

Kristian Bauer am 28.05.2018

Für Neueinsteiger ist die Begriffswelt der Rennrad-Events verwirrend: Radrennen, Granfondo, RTF und Jedermann-Rennen, kurz und knapp erklärt.

Die wichtigsten Begriffe und Tipps rund um Rad-Events:

Radmarathon
In Deutschland versteht man darunter eine mindestens 200 Kilometer lange Radfahrt ohne Zeitnahme im öffentlichen Verkehr. In den meisten anderen Ländern ist ein Radmarathon oder Gran Fondo ein Rennen mit Zeitnahme. Die Straßen sind selten voll gesperrt – meist gibt es aber eine Teilsperrung und Absicherung mit Streckenposten oder Begleitmotorrädern.

RTF
Die deutsche Radtourenfahrt ist kürzer als ein Radmarathon. Es ist eine Veranstaltung ohne Zeitnahme, bei der ausgeschilderte Strecken abgefahren werden. Typische Breitensport-Veranstaltung im öffentlichen Verkehr.

Jedermann-Rennen
Der Begriff Jedermann-Rennen bezeichnet in Deutschland Rennen mit Zeitnahme und Streckensperrung. Die größten Rennen sind die Cyclassics in Hamburg und der Velothon Berlin. Die größte Rennserie ist der German Cycling Cup.

Lizenz-Rennen
Wer eine Rennlizenz lösen will, muss Mitglied in einem Radverein sein, der dem Bund Deutscher Radfahrer angeschlossen ist. Die Rennlizenz wird über den Landesverband ausgestellt. Stand 2018 gibt es eine Unterteilung der Lizenzklassen nach Alter und nach Rennerfolgen. Radsportler zwischen 19 und 39 starten zunächst in der Amateurklasse C. Bei einem Sieg oder fünf Top-Ten-Platzierungen steigt man in die B-Klasse bzw. im nächsten Schritt in die A-Klasse auf. Halbprofis sind in der KT-Klasse zusammengefasst. Häufig starten alle Klassen im gleichen Rennen und nur die Wertung erfolgt getrennt. Jüngere Fahrer starten in den Jugendklassen U11, U13, U15, U19 und ältere (39 plus) können in den Senioren- oder in der Amateurklasse starten. Bei den Frauen gibt es nur die Jugendklassen, Elite und Seniorinnen.
2019 tritt die Lizenzreform des BDR in Kraft. Dann gibt es drei Gruppen: Radprofis (WT, PKT, KT), Elite Amateure und Amateure/Tageslizenzinhaber. Elite Amateure umfasst die ersten 600 Fahrer der rad-net-Rangliste, die ersten 30 der Masterrangliste und die ersten 50 der Juniorenrangliste des Vorjahres. Am 20. Mai und 31. Juni erfolgen Auf- bzw. Abstiege anhand der Rangliste (Sonderregelung für Junioren in ihrem ersten Elite-Jahr). Wichtig für alle Jedermänner, die in den Lizenzbereich schnuppern wollen: Wer keine Jahreslizenz besitzt, kann eine Tageslizenz lösen und Rennen der untersten Amateurklassen fahren.


Startbeutel
Bei den großen Jedermann-Rennen gibt es an der Startnummernabholung einen Startbeutel der meist Gratis-Proben, Werbung, den Transponder für die Zeiterfassung und die Startnummern-Aufkleber enthält. Die Nummer ist unter anderem dafür wichtig, um bei professionellen Foto-Dienstleistern seine Teilnehmerfotos finden zu können.

Startplatz
Grundregel: Je früher man sich anmeldet, desto billiger ist der Startplatz. An kleineren  Alpenmarathons kann man schon für 25 Euro teilnehmen, Jedermann-Rennen bieten ab 40 Euro den Startplatz. Gefragte Rennen sind deutlich teurer: der Ötztaler Radmarathon kostet 129 Euro und ist immer überbucht. Deshalb gibt es bei diesem und anderen Top-Events eine Verlosung der Startplätze.

Altersklassen
Bei vielen Rennen gibt es Altersklassen-Wertungen. Selbst auf Platz 100 kann man daher in der richtigen Altersklasse noch aufs Podium kommen.

Versicherung
Nicht jede Privathaftpflicht-Versicherung deckt die Teilnahme an Radrennen ab. Überprüfen Sie die Bedingungen! Meist kostet ein Wechsel nicht mehr Geld – deckt aber ein wichtiges Risiko ab. Wer Mitglied in einem Verein des BDR ist, kann eine Tretradversicherung für private Radfahrten abschließen. Das ist eine Kombination von Unfall-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung. Für Vereinsaktivitäten – also z.B. Rennteilnahmen – ist man meist durch die Mitgliedschaft in einem BDR-Verein versichert.


 

Kristian Bauer am 28.05.2018