Training

Trainingsbereiche, Teil 3: Der Spitzenbereich (SB)

Tomek am 07.08.2003

Ohne eine solide Grundlage funktioniert nichts – beim Bauen ist es das Fundament, bei einer Fremdsprache Wortschatz und Grammatik. Wurde die Grundlage nicht sorgfältig gelegt und erarbeitet, sind unter Umständen alle weiteren Bemühungen irgendwann umsonst. Nicht anders ist es beim sportlichen Training.

Jetzt gibt’s kein Erbarmen mehr: Fakten zum Spitzenbereich, dem intensivsten Trainingsbereich

Quäl Dich, du Sau!" In diesem berühmt gewordenen Kampfruf von Udo Bölts, mit dem er Jan Ullrich bei der Tour de France 1997 zu Höchstleistungen antrieb, liegt viel radfahrerische Wahrheit. Denn Rennradfahren ist kein Wellness-Sport – jedenfalls dann nicht, wenn man bei Rennen ein Wörtchen mitreden will. Statt Wohlbefinden stellen sich im Spitzenbereich als der Stufe höchster Intensität eher Unlustgefühle ein: Der "Sport-Motor" läuft unter Volllast im roten Drehzahlbereich, sprich nahe der maximalen Herzfrequenz. Die Milchsäure, die dann reichlich durch die Adern strömt, lässt die Beine schwer werden und versetzt die Nervenzentren in Alarmbereitschaft. Das Herz schlägt rasend schnell und treibt das Blut vorrangig in die beanspruchten und momentan wichtigen Organe. Dass dazu offenbar nicht das Großhirn zählt, merkt der Radfahrer, wenn sich sein Blickfeld verengt: Er sieht nicht mehr die Wolken am Himmel, nicht mehr die Bäume am Straßenrand. Er nimmt statt dessen nur noch den Straßenverlauf und das Pochen in den Schläfen wahr. Von Unterhaltung mit Trainingspartnern wie im Grundlagenbereich kann keine Rede mehr sein, das Weiterfahren in diesem Tempo kostet äußerste Willenskraft und Konzentration. Wenn Sie das empfinden, wissen Sie: Sie fahren im Spitzenbereich.

So weit das Körpergefühl. Was aber sagt die Trainingswissenschaft zum Spitzenbereich, kurz SB genannt? Genau wie in den anderen Trainingsbereichen gibt es hier eine Reihe von festen Zielen, Belastungsvorgaben und Methoden.

Tomek am 07.08.2003