Technik-Training für Rennradfahrer Technik-Training für Rennradfahrer

Technik-Training für Rennradfahrer

So kommen Sie schnell und sicher durchs Gelände

Konstantin Rohé am 07.12.2017

Abseits des Asphalts warten auf Gravel- und Crossbiker schier unbegrenzte Möglichkeiten. Mit unseren Fahrtechnik-Tipps sind Sie für den Ritt über Stock und Stein bestens gerüstet.

Sobald man von der asphaltierten Strecke abbiegt, entdeckt man die fast unbegrenzten Möglichkeiten der Geländefahrt – und die technischen Herausforderungen. Auf dem Straßenrennrad spielt Fahrtechnik eine eher untergeordnete Rolle, doch wer querfeldein sicher und flott unterwegs sein will, muss einiges beachten. 


Hindernisse überwinden: Der Mini-Hop für Rennradler

Geübte Crosser sind auf dem Rad ständig in Bewegung, um ihr Gewicht zu verlagern. Mit der entsprechenden Technik können kleinere Hindernisse ganz einfach übersprungen werden. Doch die richtige Sprungtechnik braucht Zeit. Übung macht den Meister. Kleinere Wurzeln können im rechten Winkel überfahren – oder mit dem Mini-Hop übersprungen werden

Technik-Training für Rennradfahrer

Zuerst das Gewicht nach hinten verlagern und den Lenker nach oben ziehen, um das Vorderrad in die Luft zu bekommen.

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Dann mit einem gezielten Impuls aus den Beinen auf die waagerecht stehenden Pedale die Federkraft der Reifen nutzen und das Gewicht nach vorne verlagern: Die Hüfte schnellt nach vorne/oben, das Hinterrad wird mit den Klickpedalen nach oben gezogen.  

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Erfahrene Crosser heben – bei entsprechendem Tempo – mit dem ganzen Rad vom Boden ab, landen auf beiden Rädern gleichzeitig und federn den Aufprall mit Beinen und Armen ab. Bei kleineren Hindernissen und geringem Tempo  kann man das Hinterrad auch einfach nachziehen. Da das ganze Gewicht aufs Vorderrad verlegt ist, ist die Gefahr eines Durchschlags gering.

TIPP: Üben Sie auf flachen, breiten Wegen mit ausreichend Platz. Als Übungshindernisse eignen sich Schaumstoffquader oder Pappschachteln (z. B. von Schläuchen).


Kurven

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Wechseln Sie weit genug vor der Kurve auf die innere Spur und nutzen Sie die Erhöhung in der Mitte als Anlieger wie eine Steilkurve auf der Radrennbahn. So geraten Sie nicht in Gefahr, nach außen aus der Kurve getragen zu werden. Achten Sie aber auch auf Feld- und Waldwegen auf Gegenverkehr! Bremsen Sie ab, wenn Sie eine Kurve nicht einsehen können. Steuern ­ Sie Kurven eher außen an, um Sie am Scheitelpunkt innen durchfahren zu können.

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Insbesondere in engen Kurven auf matschigem Untergrund oder feuchtem Gras zu empfehlen: Klicken Sie vor dem Einlenken aus dem kurven inneren Pedal aus, um das Bein zur Not als Gewichtsausgleich oder Stütze nutzen zu können, sollte das Rad ins Schlingern geraten oder wegrutschen. Hochgewachsene Wiesen meiden und nach Trampelpfaden Ausschau halten – dort ist am meisten Grip. Ansonsten: Tempo rausnehmen und einen leichten Drift mit einberechnen. Fahren Sie die Kurve so hoch an, dass die Fliehkraft Sie nicht vom Weg tragen kann.


Bergab: Gewicht verlagern

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Mit einer kompakten Körperposition behält man die Kontrolle bei der Abfahrt. Der Körperschwerpunkt liegt leicht nach hinten verlagert kurz hinter dem Tretlager, Beine und Arme sind leicht gebeugt (gestreckte Arme erschweren das Lenken!), der Blick ist nach vorne gerichtet. Aus dieser Position heraus können Sie schnell Ihr Gewicht verlagern und an die Fahrsituation anpassen. Auf Grasflächen gilt: idealerweise nicht mittig fahren, wo die Wege oft rauer sind, sondern leicht seitlich auf dem meist ausgefahrenen Teil. Aber Vorsicht vor Spurrillen!

TIPP: Im Unterlenkergriff fahren. Das verleiht mehr Kontrolle über das Rad und erlaubt höhere Bremskraft.


Bergauf

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Nehmen Sie genügend Schwung mit und schalten Sie rechtzeitig – am besten schon vor dem Berg. Grundsätzlich gilt: das ­Gewicht leicht nach hinten verlagern, damit das Hinterrad aufgrund des höheren Anpressdrucks nicht durchdreht. Bei sehr steilen Anstiegen hindern Sie durch eine Gewichtsverlagerung nach vorne das Vorderrad am Abheben. Versuchen Sie, einen gleichmäßigen Tritt zu finden und immer im Sattel zu bleiben. Deshalb: kleine Gänge treten, Wiegetritt vermeiden.


Surfen

Sandrennen sind die Königsdisziplin im Cross-Sport. Selbst die Profis tun sich schwer auf Sand und tiefem Kies. Bei entspannten Querfeldein-Ausfahrten trifft man den Untergrund zum Glück nicht allzu häufig an. Wenn doch mal eine ­Passage mit tiefem Geläuf auftaucht, gilt vor allem: ruhig bleiben

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Befahren Sie Wege mit Kies oder Sand in einem großen Gang und mit hohem Tempo. Je langsamer Sie sind, umso schwerer ist es, die Balance zu halten. Vorhandene Reifenspuren sind eine gute Orientierungshilfe, aber zwingen Sie das Rad nicht in eine Richtung. Besser: Hände entspannt am Lenker halten. "Surfen" nennen ­Profis diese Technik, das Rad den Weg bestimmen zu lassen. 

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Querfeldein-Spezialisten greifen am Oberlenker, für Einsteiger gibt der Unterlenkergriff mehr Sicherheit. Das Körpergewicht ist leicht nach hinten verlagert, um nicht zusätzlichen Druck auf das Vorderrad auszuüben, das den Weg bahnen muss. Das Rad pflügt sich seinen Weg durch das tiefe Geläuf ohne aktive Lenkbewegung.  


Schlamm

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Mittendurch ist nicht nur der schnellste, sondern auch der sicherste Weg. Halbtrockener Matsch am Wegrand bildet unkontrollierbare Spurrillen. ­Deshalb lieber mittig durch den Pfuhl rollen – auch wenn’s spritzt. Das Motto: unter allen Umständen weitertreten! Verlagern Sie das Gewicht aufs Hinterrad, bleiben Sie im Sattel und konzentrieren Sie sich darauf, das Rad im Schwung und in der Spur zu halten.

TIPP: Entfernen Sie nach Matschdurchfahrten den Schlamm, der sich eventuell an den Bremsen gesammelt hat – sonst blockiert die nächste Matschpackung das Rad komplett!


TOUR Titel 10/2017

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Konstantin Rohé am 07.12.2017