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Smarter Indoortrainer von Oreka

Indoortraining auf dem Band: Oreka im Test

Konstantin Rohé am 11.01.2019

Der spanische Hersteller Oreka bringt einen Indoortrainer auf den Markt, der die Bewegungsfreiheit eines Laufbands mit der Funktionalität von Rollentraining verbindet.

"Oreka" ist baskisch und heißt "Gleichgewicht". Genau darin soll die Stärke des 90 Kilogramm schweren Geräts liegen: Indoortraining in virtuellen Welten mit maximaler Bewegungsfreiheit, denn auf dem Oreka wird das ganze Rad nur leicht am Hinterrad eingespannt.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten den Oreka in Betrieb zu nehmen: Entweder mittels virtueller Trainingssoftware auf Laptop und anderen mobilen Geräten oder per Bkool Smartphone App, wo sich mit wenigen Klicks der Widerstand manuell anpassen lässt.

Indoortraining auf dem Oreka Rollentrainer

Die Straße ins Wohnzimmer bringen - das ist Orekas Leitspruch.

Wer testeten den Oreka im Dezember 2018 via Laptop mit der Bkool Indoor Training Software in Trainings- und Rennmodi. Das Setup des Rades auf dem Trainer ist mit wenigen Handgriffen erledigt, aber die Kopplung mit der Bkool Smartphone App erweist sich zunächst als schwierig. Ist die Verbindung dann hergestellt, spürt man eine merkliche Verzögerung von einigen Sekunden, bis das Laufband des Oreka Trainers den Widerstand angepasst hat.

Spannender als dieses manuelle Regeln des Widerstands ist zweifellos das Fahren mit der Bkool Indoor Training Software. Hier erfolgt die Anpassung des Widerstands via Bluetooth nahezu zeitgleich mit der Änderung des virtuellen Terrains. Leider stimmten die angezeigten Wattwerte innerhalb der Bkool-Software in flachen Passagen bei unserem Test mit Wattmesspedalen nicht mit der tatsächlich aufgewendeten Kraft überein. Oreka verweist auf das Rechenmodell von Bkool, welches auf flacher Strecke mit einer Korrelationskurve arbeitet, wonach 109 Watt für eine Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde ausreichen. Das führte bei unseren Testrennen dazu, dass wir trotz besserem Leistungsoutput als unsere Gegner oft schnell abgehängt wurden. Anders bei Steigungen und Abfahrten: Hier deckten sich tatsächlichen und virtuelle Leistung. Ab 2019 sollen Nachrüst-Sets erhältlich sein, die ein Pairing mit allen anderen virtuellen Trainingsanbietern wie Zwift, Road Grand Tours oder Virtu GO ermöglichen, wo derartige Abweichungen zwischen realem und In-App Poweroutput nicht mehr auftreten sollen.

Grundvoraussetzung für den Oreka Trainer ist es, das Fahren auf der freien Rolle einigermaßen zu beherrschen. Sonst muss man sich derart auf die Fahrlinie konzentrieren, dass die Leistung etwas aus dem Fokus rückt. Den Einstieg auf das freie Fahren erleichtert der Haltebügel am rechten Rand des Laufbands, an dem ein Handyhalter und ein Notaus-Knopf angebracht sind. Knackige Zielsprints wie auf Trainern mit Direktantrieb konnten aber selbst langjährige Vereinsfahrer nicht zufriedenstellend absolvieren. Der Grund: Der Oreka Trainer hat ein Speed-Limit von 35 Kilometern pro Stunde. Will man schneller fahren, steigt der benötigte Krafteinsatz exponentiell an. Gut gefielen den Tester die Brems-Funktion: Bremst man das Rad maximal herunter, stoppt automatisch das Band. Zusammen mit der Halterung am Hinterrad minimiert dies das Sturzrisiko erheblich.

Indoor-Einsteiger und Rennradfahrer, die regelmäßig virtuelle Rennen fahren möchten, gehören nicht zur Haupt-Zielgruppe des Oreka Trainers. Für Bikefitter und Radler, die Wert auf so viel Realismus wie möglich im eigenen Wohnzimmer legen, kann sich die Investition lohnen - insbesondere wenn die für 2019 angekündigte Nachrüstung kommt, die eine den Trainer mit Zwift, RGT, Virtu Go und anderer Trainingssoftware kompatibel macht.

Technische Daten: 

  • UVP: 3.490 Euro
  • Gewicht: 90 Kilogramm
  • Standmaß:  205 cm Länge x 81 cm Höhe x 38 cm Breite
  • max. simulierte Leistung: 750 Watt

Fazit:

+ realistisches Fahrgefühl durch maximale Beweglichkeit, schult Fahrtechnik/Balance 

- zeitverzögerte Widerstandsanpassung bei manueller Nutzung, Preis

Konstantin Rohé am 11.01.2019