Road Grand Tours Road Grand Tours

Rollentraining mit RGT

Indoortraining-Software im Test: Road Grand Tours

Konstantin Rohé am 24.11.2018

Ein Gegenpol zu Zwift will die weitgehend unbekannte Software Road Grand Tours bilden, die aktuelle noch in der Beta-Version steckt. Wir klären, was RGT zu bieten hat.

Größtmöglicher Realismus ist das erklärte Ziel von Roadgrandtours (RGT). Im Gegensatz zu Virtu GOs umfangreichen Funktionen im Trainingsbereich und Zwifts bunter Spielewelt, setzt die Firma des Software-Developers Alex Serban vor allem auf grafische Reize.

Aufbau

Übersichtlich und leicht bedienbar – der Startbildschirm von Roadgrandtours zeigt alle sechs verfügbaren Strecken auf einen Blick. Statt mit umfangreichen Modi beeindruckt RGT vor allem mit visueller Opulenz. Für anhaltenden Radel-Spaß fehlt aber ein Trainings- oder Eventbereich wie auf anderen Plattformen üblich. 

Strecken

Optisch sind alle sechs Strecken auf Top-Niveau: Sowohl die Anstiege zum Mount Ventoux und zum Stelvio, als auch der Gravelkurs in der Toskana oder die wellige Route zu Mallorcas Cap Formentor bieten ein atmosphärisches Erlebnis, das dem Indoor Cycling bisher fremd war. Einzig die beiden Kriteriumskurse in London und Berlin werden aufgrund der kurzen Distanz schnell monoton. Auf den langen Strecken gibt es regelmäßigen Abständen Strava-Segmente, das eingeklinkte Leaderboard spornt zu Höchstleistungen an. Von der beiden Rundkursen abgesehen, hat der User die Wahl seine Fahrt an verschiedenen Punkten zu beginnen, sich gerade aktiven Fahrern anzuschließen oder direkt an den Beginn eines Strava-Segments zu springen – ein Feature, das mehr Abwechslung bringt. Auch bei der Ausstattung legt RGT Wert auf größtmöglichen Realismus: Die Räder von BMC, Ridley und 8bar sind echte Hingucker, dazu gibt’s Material von Adidas, Lazer und DT Swiss.

Fahren

In Sachen Community ist RGT der wohl am weitesten entwickelte Zwift-Konkurrent. Auf dem Rundkurs in Canary Wharf (London) finden wöchentlich Kriteriums-Rennen statt und das Chat-Fenster ermöglicht bei jeder Fahrt den Austausch mit anderen Usern. Die Bewegungen des Avatars sind so ausgetüftelt wie bei keiner anderen Software: Ein Sprint unmittelbar vor scharfen Kurven ist nutzlos, da einberechnet wird, dass der Fahrer die Kurven anbremsen muss – die Wattanzeige leuchtet dann rot auf. Je nach Terrain und Geschwindigkeit wechselt der Avatar automatisch die Griffposition und geht in den Wiegetritt. Die Namensanzeige über dem Avatar gibt neben dem aktuellen Power-Output auch an, wie gut man den Windschatten des Vordermannes nutzt.

Info

Fazit

  • Grafik: 5/5 Sternen 
  • Fun-Faktor: 4/5 Sternen 
  • Trainingseffekt: 2/5 Sternen 
Konstantin Rohé am 24.11.2018