Stretching für Rennradfahrer Stretching für Rennradfahrer

Ist Dehnen gut für Rennradfahrer?

Stretching für Radsportler

Konstantin Rohé/Kristian Bauer am 11.03.2021

An Stretching scheiden sich die Geister, wissenschaftliche Studien scheinen sich regelmäßig zu widersprechen. Ist regelmäßiges Dehnen gut für Rennradsportler oder nicht? Wir klären, was Stretching leistet und wo es nicht hilft.

Die Beine wirbeln in den immer gleichen Bahnen auf und ab, der Oberkörper ist aerodynamisch günstig tief über den Oberlenker gebeugt, der Nacken überstreckt: Rennradfahren ist ein monotoner Sport. Einsteiger wie Vielfahrer profitieren von regelmäßigem Stretching – sofern sie nach dem Training dehnen. Vor der sportlichen Belastung zu dehnen ist unter Umständen kontraproduktiv, da der veränderte Muskeltonus die schnelle Anspannung der Muskeln blockiert. Umso mehr gilt das für lange, statische Dehnübungen. Aber auch nach dem Radtraining ist Vorsicht geboten: Beginnen Sie nicht unmittelbar mit Dehnübungen, wenn Sie gerade vom Rad abgestiegen sind! Um die während der Belastung entstandenen Abbauprodukte aus den Muskeln zu transportieren, sollte man dem Körper rund 15 bis 30 Minuten Zeit geben.

Das bringt Stretching:

1. Bekämpft muskuläre Verkürzungen

Wer nur eine Sportart betreibt, belastet den Körper einseitig. Beim Rennradfahren leiden vor allem Nacken, Rücken und Knie unter dem monotonen Bewegungsmuster. Wer ins Stretching-Programm Übungen einbaut, die den Brustkorb weiten, kann den Radlerbuckel erfolgreich bekämpfen.

2. Ist gut für die Faszien

Regelmäßiges Dehnen festigt das Bindegewebe rund um die Muskeln. Das verbessert die Bewegungs-Ökonomie und verhilft so zu einem besseren Krafteinsatz auf dem Rad. Gerade wer stundenlang auf dem Bürostuhl sitzt, sollte über den Tag verteilt mehrmals kurz dehnen, bevor sich Fehlstellungen einschleichen.

3. Fördert Beweglichkeit und Balance

Selbst auf die Fahrtechnik hat Dehnen einen positiven Effekt. Mehrwöchiges Stretching verbessert Beweglichkeit und Balancegefühl um bis zu zehn Prozent – ein Vorteil inbesondere bei Ausfahrten im Gelände und schwierigen Witterungsbedingungen.

Das muss man wissen:

1. Stretching ersetzt kein Warm-up

Aufwärmen heißt, die Durchblutung beschleunigen, um die Muskeln auf die Belastung vorzubereiten. Vor allem statische Übungen sind vor intensivem Radtraining sogar leistungshemmend. Anders bei Sportarten, die extreme Beweglichkeit erfordern: Bei Turnern gehört Dehnen immer zum Warm-up.

2. Es schützt nicht vor Verletzungen

Dass gezieltes Stretching Krämpfen im Rennen vorbeugen kann, hat die Wissenschaft bereits mehrfach widerlegt. In der Verletzungsprophylaxe spielt Dehnen kaum eine Rolle, sehr wohl aber in der Therapie bestehender Schmerzen. Hier gilt: Dehnübungen, die einem schwerfallen, sollte man besonders häufig absolvieren.

3. Stretching verringert die Schnellkraft

Wer vorher dehnt, verliert den Ortsschildsprint, denn gedehnte Muskeln springen schlechter auf kurze, harte Belastungen an. Umgekehrt gilt: Wer Intervallsprints gefahren ist, dehnt am besten nur leicht, um den zu erwartenden Muskelkater nicht zu vergrößern.

Die besten Stretching-Übungen für Rennradfahrer zeigt Bora-Hansgrohe-Profi Marcus Burghardt

Konstantin Rohé/Kristian Bauer am 11.03.2021
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