Smarte Rollentrainer im Test Smarte Rollentrainer im Test

Indoortrainer-Test 2017/2018

Sechs Smart-Trainer im Test

Robert Kühnen am 22.10.2018

Smart-Trainer machen das Indoor-Training nicht nur zum effizienten Wintertraining - sie geben dem Training auch einen vorher unbekannten Spaß-Faktor. Wir haben sechs Modelle ab 799 Euro getestet.

Erst mit interaktiven Smarttrainern macht das Rollentraining so richtig Spaß - ob im Winter oder auch als Trainingsergänzung im Sommer - abends oder bei schlechtem Wetter. Auf der Rolle lassen sich Intervalleinheiten  ohne Beeinträchtigung durch Straßenverkehr oder Witterung absolvieren. TOUR hat sechs neue Rollentrainer von führenden Anbietern getestet - vom vergleichsweise erschwinglichen Tacx Flux für 799 Euro bis zum fast 3.000 Euro teuren Profi-Indoorbike (Life Fitness IC8). Neben den Parametern Fahrgefühl und Geräuschkulisse haben wir das zugehörige Softwareangebot unter die Lupe genommen - und auf Kompatibilität mit  spielerischen Softwarelösungen wie Zwift, Bkool und Co getestet.

Cycleops Hammer

1.290 Euro, 2.000 Watt, 20 % Steigung, 22,2 Kilogramm

Das Schwergewicht unter den Powertrainern hat die größte Schwungmasse, was man beim Antritt spürt. Subjektiv ist das Fahrgefühl sehr solide bei vergleichsweise geringer Geräuschkulisse. Clever sind die weit ausklappbaren Standfüße, die das ­Gerät einerseits sehr stabil abstützen, andererseits im Handumdrehen ein kompaktes Staumaß ermöglichen. Adapter für alle Achstypen sind dabei. Auf eine eigene App verzichtet Cycleops, der Hammer ist dafür mit allen gängigen Apps kompatibel. 

Rollentrainer im Test: Cycleops Hammer

Elite Direto

890 Euro, 1.400 Watt, 14 % Steigung, 15,1 Kilogramm

Der kleine Bruder des Drivo ist vergleichsweise leicht und handlich, überrascht aber mit ausreichend sattem Tretgefühl. Die Bremse regelt sanft und stark, im Ergometermodus lassen sich auch kniffelige Aufgaben wie Bergintervalle mit niedriger Trittfrequenz gut umsetzen. Auch in freier Fahrt ohne App ist die Bremse harmonisch nutzbar, der Trainern verhältnismäßig leise. Die zugehörige Elite-App ist im ersten Jahr kostenlos und zählt anschließend mit 9,99 Euro pro Jahr zu den günstigeren Angeboten. Im Detail wünschte man sich ein aufgeräumteres Menü und bessere Vorwahlbuttons im Ergometerbetrieb; die Möglichkeit, Intervalle einfach zu erstellen, gefällt uns hingegen gut. 

Rollentrainer im Test: Elite Direto

Life Fitness IC8

2.995 Euro, 3.800 Watt, Widerstand individuell regulierbar

Der IC8 von Life Fitness (ehemals Tomahawk) ist der Exot des Testfelds: Ein Indoorbike für Profis, dass beliebig eingestellt werden kann und dank seines immensen Gewichts ein extrem realistisches Fahrgefühl vermittelt. Der Triathlonlenker und die vielfältigen Einstellungsoptionen sprechen vor allem Zeitfahrer an. Über den integrierten Radcomputer werden Leistungsdaten inklusive Links-/Rechtsmessung angezeigt. Motivation für Intervalle am Limit: Der Bildschirm zeigt einen flammenden Tunnel als Symbol für maximale Belastung. Auch die anderen Intensitätsbereiche sind mit Farben gekennzeichnet, was wattgenaues Training ermöglicht. Da der Widerstand durch ein kleines Rädchen selbst eingestellt werden kann und muss, ist das Trainieren mit Software wie Zwift oder Bkool nicht sinnvoll - trotz möglicher Kopplung über Bluetooth und ant+.

Life Fitnesss IC8

Taxc Flux

799 Euro, 1.500 Watt, 10 % Steigung, 21,8 Kilogramm

Der Trainer arbeitet mit Schwungmasse und Wirbel­strombremse und hat vergleichbare Eigenschaften wie die High-End-Trainer. Der Sound ist angenehm und bis in mittlere Geschwindigkeiten leise. Die Bremspower ist für normale Fahrer mehr als ausreichend. Das Fahrgefühl ist gut, die Regelung des Widerstands ist nicht die schnellste, aber noch in Ordnung. Auch ganz ohne App kann man auf dem Taxc Flux trainieren – dann steigt der Widerstand progressiv mit der Drehzahl. Die kostenlose Tacx-App bietet nur grundlegende Funktionen. Der Trainer kann aber ohne Einschränkungen mit Apps von Drittanbietern betrieben werden. 

Rollentrainer im Test: Tacx Flux

Techno Gym MyCycling

1.790 Euro, 2.100 Watt, Steigung: keine Angabe, 18 Kilogramm

Der MyCycling kommt vormontiert im praktischen Tragekoffer, eine Handyhalterung ist ebenfalls inkludiert. Das Tretgefühl ist realistisch, allein die Geräuschentwicklung ist etwas lauter als bei den Test-Konkurrenten. Das MyCycling Konzept umfasst neben dem Indoortrainer eine Trainingsapp, die neben verschiedenen mehrwöchigen Workouts auch rennradspezifische Kraftübungen als Video beinhaltet. Hilfreich: Der Trainer misst die erbrachte Leistung für jedes Bein einzeln. Die Trainingsprogramme setzen sich aus kurzen, intensiven Einheiten zusammen und passen sich im Aufbau der per Eingangstest ermittelten Schwellenleistung (FTP) an. Ein kleines Manko ist die Verbindung zu virtueller Trainingssoftware: Eine Verbindung zu Zwift ist möglich, aber der Widerstand wird nicht an das virtuelle Terrain anbgepasst. Ein noch ausstehendes Update soll hier Abhilfe schaffen.

TechnoGym Rollentrainer

MyCycling von TechnoGym.

Wahoo Kickr

1.199 Euro, 2.000 Watt, 20 % Steigung, 20,6 Kilogramm

Der Game-Changer. Als der erste Kickr vor fünf Jahren auf den Markt kam, war er eine Sensation. Denn er bot ein Tretgefühl, das vorher wesentlich teureren Geräten vorbehalten war. Weitblick bewiesen die Entwickler, indem sie den Kickr von Anfang an für die Software Dritter öffneten. Das 2017er-Modell ist leicht überarbeitet. Der Kickr nimmt jetzt alle Achsstandards auf, der Kabelanschluss ist besser zugänglich, und Status-LED informieren über die Verbindung. Das Fahrgefühl ist unverändert super: Die Schwungmasse wird mit der Gangschaltung am Rad auf Drehzahl gebracht. Das kann bei hohen Geschwindigkeiten zu einer erhöhten Lautstärke führen. Die Wahoo-App ist für den Ergometer-Modus sehr gut geeignet und kostenfrei.   

Rollentrainer im Test: Wahoo Kickr

Robert Kühnen am 22.10.2018