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Günstiger Smarttrainer im Test: Elite Suito

Elite Suito: Wie gut ist der günstige Smarttrainer?

Robert Kühnen am 07.01.2020

Der Elite Suito ist ein Preisbrecher: Mit einer UVP von 599 Euro ist der neue Smarttrainer von Elite 200 Euro günstiger als die Einstiegsprodukte der Konkurrenz. Ob auch die Leistung stimmt, zeigt unser Test.

Die virtuellen Welten von Zwift und Co. verleihen winterlichem Indoor-Training zweifellos neue Attraktivität. Leider ist der Einstieg oft nicht ganz preiswert, denn ohne einen sogenannten Smarttrainer mit Leistungsmessung und Internetverbindung geht’s nicht. Viele empfehlenswerte Geräte kosten derzeit noch zwischen 800 und 1.000 Euro. 

Elite offeriert nun den neuen Suito für 599 Euro. Via Bluetooth und ANT+ kommuniziert er mit allen gängigen Apps und Portalen; er kommt inklusive montierter Elffach-Kassette, was bemerkenswert ist. Ein guter Tragegriff und rückenschonende 15,4 Kilo Gewicht machen ihn sehr handlich. Zusammengefaltet misst der Suito an der breitesten Stelle nur 15 Zentimeter, so lässt er sich problemlos in die schmale Lücke hinterm Sofa schubsen.

Elite Suito

Kompakt und trotzdem leistungsstark: Der neue Elite Suito.

Auch die Faltmechanik ist gut – besser als bei den teureren Elite-Geräten. Ausgefaltet überspannen die Beine 75 Zentimeter und geben sicheren Stand. In der Handhabung erweist sich der Suito als konkurrenzlos praktisch. Die Schwungmasse ist kleiner als bei den Top-Geräten (3,5 Kilo), aber auch diese reicht, um 15-prozentige Steigungen zu simulieren und bei ausreichender Drehzahl stärker zu bremsen, als die meisten Beine treten können. 1.900 Watt bei 40 km/h gibt Elite als mögliche Bremsleistung an. Dass wir nur bis 1.000 Watt kamen, lag an den eigenen (zu schwachen) Beinen.

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Das Fahrgefühl ist gut, die kleinere Schwungmasse gegenüber schwereren Geräten spürbar, aber keine große Einschränkung. Im Ergometermodus mit der Elite-App reagiert die Bremse sehr langsam: Zehn Sekunden überschießt die Leistung, eingeregelt ist sie nach 20 bis 30 Sekunden. Inwieweit dies am Gerät oder an der Software liegt, lässt sich nicht sagen. Unser Standardtest auf Zwift scheiterte an der ANT+-Verbindung, die keine Daten lieferte – Ursache unklar, denn koppeln ließ sich das Gerät. Die Leistungsanzeige des Suito ist nicht sehr genau.

Andere Einsteigermodelle im Test: Wahoo Kickr Core, Tacx Flux Smart 2, Elite Direto X.

Nach Kalibrierung im warmen Zustand zeigte das Gerät zwischen 150 und 350 Watt Tretleistung ziemlich konstant 17 Watt zu wenig an, verglichen mit dem SRM-Referenz-Powermeter. Die 2,5-prozentige Genauigkeit, die Elite verspricht, ist allerdings auch unrealistisch, da das Gerät die Leistung nicht misst, sondern indirekt ermittelt. In diesem Punkt ist der teurere Direto von Elite klar besser. Mit 39/51/67 Dezibel bei 27/40/66 km/h gehört der Suito zu den leisen Trainern.

Technische Daten:

  • Gewicht: 15,4 Kilogramm
  • Standfläche B x L: 75 x 58 cm
  • Staumaß B x L x H: 15 x 58 x 50 cm
  • Max. Leistung: 1.900 Watt
  • Max. Steigung: 15 Prozent
  • Lautstärke bei 27/40/66 km/h: 39/51/67 Dezibel
  • Mittlere Abweichung: 17 Watt
  • Bezug/Info: www.elite-it.com/de

Fazit:

+ leise, günstig

- Leistungsanzeige ungenau, langsame Regelung mit Elite-App

So testet Tour

Wir haben die Geräte alle in einem normal eingerichteten Wohnraum von knapp 20 Quadratmetern Größe genutzt. Zunächst wurde dazu, soweit vorhanden, die herstellerspezifische App auf einem Samsung S7 unter Android eingerichtet und die Firmware des Trainers auf den neuesten Stand gebracht. Dann wurde mittels der App eine Kalibrierfahrt ("Spindown") nach Aufwärmen durchgeführt. Die App benutzten wir im Ergometerbetrieb mit Bluetooth, um ein Intervallprogramm zu absolvieren. Dabei überprüften wir auch die Genauigkeit der Leistungsanzeige.

Als Referenz diente ein SRM-System, das wiederum mit anderen Powermetern abgeglichen war. Wir haben uns auf Ausdauerleistungen im Bereich von 150 bis 350 Watt beschränkt und dabei auch die Regelgeschwindigkeit der Trainer bei Leistungssprüngen im Intervallbetrieb geprüft.

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Abschließend haben wir verschiedene coupierte Kurse auf Zwift absolviert und das Ansprechverhalten der Bremse – die Reaktionszeit bei Geländeänderungen – überprüft sowie das Fahrgefühl bewertet. Als Verbindung zum PC nutzten wir ANT+. Die Schallpegelmessung erfolgte in einem Abstand von einem Meter zum Gerät bei drei Geschwindigkeiten: 27, 40 und 66 km/h; bei Trittfrequenzen zwischen 90 und 120 U/min. Zu beachten ist, dass der Schallpegel ein logarithmisches Maß hat. 10 Dezibel mehr entsprechen etwa einer Verdoppelung der empfundenen Lautstärke. Tiefe Frequenzen werden von der Pegelmessung unzureichend erfasst, weshalb wir diese auch im Text beschreiben.

Robert Kühnen am 07.01.2020
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