Emanuel Buchmann Vuelta 2018 Emanuel Buchmann Vuelta 2018

Emanuel Buchmann Trainingsplan

So trainiert Radprofi Buchmann

Andreas Kublik am 08.09.2018

Radprofi Emanuael Buchmann erlebt bei der 73. Vuelta seine Premiere als Team-Kapitän. TOUR hat er in der Vorbereitungszeit Einblick in seinen Trainingsplan gegeben.

Martin Emanuel Buchmann sieht gerne, was er getan hat. Wenn er sich wieder einmal an seinem Hausberg, dem Pfänder bei Bregenz, die Zehn-Prozent-Rampen hinaufschraubt, dann genießt er das vielleicht nicht immer. Aber: "Man sieht, was man gemacht hat. Und man hat dort eine schöne Aussicht", sagt der Radprofi vom Team Bora-Hansgrohe. Sein Blick geht dann weit hinunter auf die Wasserfläche des Bodensees – und jeder erarbeitete Höhenmeter lässt die Boote auf dem Wasser kleiner werden. Es ist ein erhebendes Gefühl – vor allem, wenn das Klettern von Jahr zu Jahr noch besser geht; so wie bei dem 25-jährigen Oberschwaben. Ein Leben als Radfahrer ohne Berge? Für Buchmann unvorstellbar. "Berge sind extrem wichtig für mich. Ich könnte mir nicht vorstellen, im Flachland zu trainieren. Da wäre der Spaß weg", sagt er.

Emanuel Buchmann

Buchmann zählt bereits zum erweiterten Kreis der weltbesten Kletterer, seit er im Vorjahr beim Critérium du Dauphiné den siebten Gesamtrang belegte und Chris Froome, Richie Porte, Alberto Contador & Co. am Berg abhängen konnte. Und er will noch besser werden. Bergfahrer leben vom großen Talent – sie müssen aber auch viel arbeiten. Gemeinsam mit seinem Trainer Dan Lorang hat Buchmann am nächsten großen Ziel gearbeitet: "Bei einer Grand Tour ganz vorne mitfahren", sagt Buchmann. Die dreiwöchige Spanien-Rundfahrt (25. August bis 16. September) ist in dieser Saison sein großes Ziel. Und nach der Vuelta folgt im September in Innsbruck die Straßen-Weltmeisterschaft, die mit ihrem bergigen Terrain gute Chancen für Kletterer bietet.

Emanuel Buchmann

Doch wie schafft man es, mit den Besten am Berg mitzuhalten? "Man muss leicht sein und hohe Wattzahlen treten", sagt Buchmann trocken. Klingt einfach. Natürlich kann das 61,5-Kilo-Leichtgewicht Buchmann nicht die Wattzahlen treten wie der hünenhafte Sprinter Marcel Kittel, der Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin oder der Klassikerspezialist John Degenkolb, die alle mindestens 15 Kilogramm mehr auf die Waage bringen. Aber während die drei beim Bergauffahren von der Hangabtriebskraft unwillkürlich ins Tal gezogen werden, kann Kletterziege Buchmann sein Potenzial ausspielen, sobald es länger und steil genug bergauf geht – bei sieben, acht Prozent Durchschnittssteigung trennt sich im Profi-Peloton die Spreu vom Weizen. 

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Andreas Kublik am 08.09.2018