Expertenrat

Wasser in den Beinen

Kuehn am 06.02.2010

Eine Radfahrerin klagt über Wassereinlagerungen in den Beinen nach stärkerer Anstrengung. Hängt dies mit der Trinkmenge zusammen? Unser Experte Dr. Eifler weiß Rat.

Frage von G. Pfefferl: Nach stärkeren Anstrengungen leide ich etwa zwei Tage später unter starken Wassereinlagerungen, speziell in den Beinen. Ich bin 66 Jahre alt, aber begeisterte Rennradlerin mit zirka 8.500 Kilometern im Jahr. Trinke ich zu wenig? Auf etwa drei bis vier Liter pro Tag komme ich leicht.

Expertenrat: Eine Ursache könnte eine Herzmuskelschwäche sein, die auch latent ohne sichtbare Krankheitszeichen vorhanden sein kann. Durch ungenügende Pumpleistung staut sich das zurückfließende Blut vor der rechten Herzkammer. Der damit verbundene hohe Druck in den Venen lässt in den Beinen Flüssigkeit ins Gewebe sickern. Herzmuskelschwäche kann sich nach einer Herzmuskelentzündung, bei Herzklappenfehlern oder unbehandeltem Bluthochdruck langsam entwickeln.

Eine andere mögliche Ursache: ungenügende Funktion der Nieren, sodass nicht mehr genügend Flüssigkeit ausgeschieden wird. Nierenerkrankungen können die Folge von Infekten, Bluthochdruck oder Diabetes sein. Auch die Beinvenen kommen als Ursache infrage: Schließen deren Venenklappen nicht mehr richtig, staut sich das Blut oder fließt sogar zurück – wiederum gelangt Wasser ins Gewebe.

Letzte denkbare Ursache ist, wenn man zu viel mineralarme Flüssigkeit trinkt: Das kann die Leistungsfähigkeit der Nieren übersteigen.

In Ihrem Fall kommen von diesen Ursachen am ehesten zwei infrage: Eine alterstypische, noch latente Herz insuffizienz oder Ihre ungewöhnlich hohe Trinkmenge von bis zu vier Litern: Bei normaler obst- und gemüsereicher Ernährung erscheint mir das deutlich zu viel. Allgemein gelten rund zwei Liter pro Tag als ausreichend. Ich würde zu einer kardiologischen Abklärung mit Ergometrie und Herzultraschall raten.

Dr. Robert Eifler ist Verbandsarzt im Bund Deutscher Radfahrer. Er betreut als Spezialist für Leistungsdiagnostik und Innere Medizin Sport- und Rehaprogramme im „Fital- Hotel“ Höchenschwand.

Kuehn am 06.02.2010