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Expertenrat

Pause zwischen Marathons?

Kuehn am 05.06.2010

Wieviel Pause ist zwischen zwei Marathon-Rennen sinnvoll? Reicht eine Woche? Unser Experte Dr. Stapelfeldt weiß Rat.

Frage von P. Hedler, Bischofsgrün: Beim Planen der Saison 2010 stellte ich fest, dass zwei meiner geplanten Marathons an direkt aufeinander folgenden Wochenenden stattfinden. Der erste (230 Kilometer/3.100 Höhenmeter) gehört zu meinen Standard-Marathons in unserer Region, der nächste (Dolomiti: 138 Kilometer/4.190 Höhenmeter) ist mein Highlight 2010. Reicht eine Woche zur Regeneration, oder ist es besser, am Wochenende vor dem Dolomiti nur eine kürzere Variante des Marathons, zum Beispiel 100 Kilometer, zu fahren? Ich bin 56 Jahre alt und nehme außer an ein paar RTF normalerweise jährlich an vier bis fünf Radmarathons teil. Bis jetzt lagen allerdings mindestens 14 Tage zwischen zwei Veranstaltungen.

Dr. Björn Stapelfeldt: Bei der Antwort auf diese Frage kommt es auf die Dauer der individuellen Regeneration an, die ganz wesentlich von der Grundlagenausdauer abhängt. Grundsätzlich gilt: Je besser die Ausdauer trainiert ist, desto kürzer können die Pausen zwischen zwei Radmarathons sein. Aber auch bei sehr gut trainierten Freizeitfahrern sollten besser zwei Wochen zwischen derart fordernden Wettkämpfen liegen. Nicht zu unterschätzen sind übrigens auch die Anreise strapazen.

Eine weitere Frage ist der Zeitpunkt des Marathons in der Saison und die Anzahl der Wettkämpfe, die Sie bis dato schon in den Beinen haben. In der Regel verdaut man Rennen im Laufe der Saison besser als am Anfang. Eine Rolle spielt dabei auch der Verlauf der Formkurve unmittelbar vorher: Wer gerade eine ansteigende Form besitzt, der wird sich auch von Marathon zu Marathon verbessern. Wessen Formkurve eher nach unten zeigt, bei dem wird sie diese Tendenz mit großer Wahrscheinlichkeit beibehalten.

Wichtig ist auch die Frage, auf welchem Marathon Ihre Priorität liegt. Hier scheint es der zweite (Dolomiti) zu sein. Insofern ist der Marathon eine Woche zuvor als Vorbereitungsrennen zu sehen: Ich empfehle die von Ihnen vorgeschlagene kürzere Variante – und zwar mit angezogener Handbremse! Dann kann das Rennen durchaus positive Effekte haben. In der Woche danach sollten Sie den Schwerpunkt auf Regeneration und aktive Erholung setzen: Fahren Sie fünf bis zehn Stunden im Kompensationsund Grundlagenbereich und ergänzen Sie dies am besten durch Sauna, Thermalbad und Massagen.

Dr. Björn Stapelfeldt leitet das Radlabor Freiburg, wo er und sein Team Radsportler zu den Themen Biomechanik, Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung beraten.

Kuehn am 05.06.2010
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