Snacks von der Tankstelle im Test Snacks von der Tankstelle im Test

Ernährung für Radsportler: Tankstellen-Snacks im Test

Sportlernahrung: Das taugen Snacks von der Tanke

Konstantin Rohé am 16.10.2018

Manchmal sind Riegel, Gummibärchen oder Würstchen von der Tankstelle die letzte Rettung für hungrige Rennradfahrer. Wir haben die beliebtesten Radler-Snacks getestet.

Jeder Radsportler kennt die Situation: Plötzlich droht der Hungerast, die Trikottasche ist leer, und nirgends gibt's mehr was zu kaufen - außer am Snack-Regal der nächsten Tankstelle. Wir haben mit dem Ernährungsexperten Dr. Uwe Schröder vom Deutschen Institut für Sporternährung in Bad Nauheim die Dauerbrenner von der Tanke unter die Lupe genommen:

Knoppers
Die Milch-Haselnuss-Schnitte ist eine Fett-Bombe par excellence: 56 Prozent Fett (davon 55 Prozent aus gesättigten Fettsäuren) stehen lediglich 39 Prozent Kohlenhydraten gegenüber – zwei Drittel davon sind Zucker. Für die cremige Konsistenz der Schokomasse zwischen den Waffeln wird Palmöl verwendet, ein billiges Industriefett. Auch die auf der Packung deklarierten Zusätze können manchen vom Verzehr abhalten: Mandeln, Erdnüsse, Nüsse und Ei.

Fazit: Für Aus­dauersportler ist "Knoppers" während der Ausfahrt ungeeignet. Zu viel Fett, zu ­wenig Kohlen­hydrate.

Snacks von der Tanke:

Haribo-Goldbären
Eindeutig die beste Wahl an der Tankstelle – vorausgesetzt, die Tour dauert nicht mehr allzu lange. Die "Goldbären" sind kohlenhydratreich (92 Prozent), fett­arm (weniger als fünf Prozent) und somit eine Alternative zu Energieriegeln. Die Gummibärchen liefern schnell und kurzfristig Energie. Damit eignen sie sich gut als Snack vor dem letzten Berg oder den letzten 20 Kilometern.

Fazit: Die "Goldbären" liefern so viele Kohlenhydrate wie kein anderer getesteter Tankstellen-Snack. Ideal für den Zielsprint oder den Schlussanstieg.

Snacks von der Tanke:

Bounty
50 Prozent Kohlenhydrate enthält der süße Kokosnuss-Riegel mit Schoko-­Überzug, dazu rund 49 Prozent Fett und verschwindend wenig Protein. Problematisch ist der extrem hohe Anteil un­gesättigter Fettsäuren von 82 Prozent. Davon nimmt der Mensch über Lebensmittel wie Butter, Sahne, Fleisch oder Wurst schon mehr auf als nötig. Empfehlenswert wäre maximal ein Drittel Fett aus ungesättigten Fettsäuren. Ähnliches gilt für schoko-lastige Riegel wie "Snickers", "Twix" und "Balisto".

Fazit: Für Ausdauersportler nicht geeignet. Zu wenig ­Kohlenhydrate und Proteine, zu viel Fett.

Snacks von der Tanke:


Bifi
Die dünne Wurst in der Alu-Verpackung gilt manchem als kulinarischer Faux-pas, für andere ist sie der Klassiker der salzigen Snacks. Kohlenhydrate liefert "Bifi" so gut wie gar nicht (weniger als zwei Prozent), dafür eine gehörige Portion Fett (80 Prozent). Zusammen mit dem verhältnismäßig hohen Proteinanteil (rund 20 Prozent) wird der Snack so zum akzeptablen Begleiter beim Fettstoffwechseltraining. Aber: Testen Sie, ob Sie einen derart fettigen Snack beim Sport auch tatsächlich vertragen!

Fazit: Bei langen Einheiten mit geringer Intensität, die auf eine Verbesserung des Fettstoffwechsels ausgelegt sind, können Sie zu "Bifi" greifen. Ansonsten: Finger weg von zu viel Fett.
 

Snacks von der Tanke:

Konstantin Rohé am 16.10.2018