Rotor UNO Rotor UNO
2016 - Komponenten Neuheiten

Rotor zeigt hydraulische Komplettgruppe

Jens Klötzer am 28.08.2015

Der spanische Komponentenanbieter Rotor steigt in den Markt für Rennradschaltungen ein. Bei der auf der Eurobike präsentierten, marktreifen Komplettgruppe UNO funktionieren sowohl Schaltung als auch Bremsen vollhydraulisch.

Das Ensemble aus Hebeln, Bremsen, Schaltwerk und Umwerfer ist mit Hydraulikleitungen verbunden, bei der Schaltung arbeiten in jeder Komponente zwei Zylinder, um die Steuerung in beide Richtungen zu ermöglichen. Der Elffach-Antrieb orientiert sich an Shimano-Spezifikationen, die Kassette passt ensprechend auf alle Laufräder mit Shimano-Rotor. Die Schaltlogik der Bedienhebel ist identisch mit den DoubleTap-Hebeln von SRAM: Ein kurzer Druck bewegt die Kette auf ein kleineres Ritzel oder Kettenblatt, schwenkt man den Hebel weiter, wandert die Kette auf ein größeres Zahnrad. Der Umwerfer hat zwei Trimmstufen pro Blatt, am Schaltwerk lässt sich die maximale Anzahl der Gänge einstellen - bis zu vier Ritzelsprünge sind mit einem Schaltvorgang möglich.

Bei den Samples am Stand funktionierten die Komponenten bereits; aufgefallen ist uns hier eine recht hohe Bedienkraft am Umwerfer und das etwas undefinierte Feedback am Schaltwerk - beides Probleme, die man bis zur Markteinführung noch verbessern will. Das Gewicht soll auf dem Niveau mechanischer Top-Gruppen der bekannten Anbieter liegen, ein Preis steht noch nicht fest, soll sich aber auf Augenhöhe mit den elektrischen Schaltungen bewegen. Als Vorteile gegenüber anderen Systemen sieht man das geringe Gewicht gepaart mit hoher Robustheit und Wartungsfreundlichkeit - die Schaltung kann sich, wie auch die elektronischen Systeme, nicht von allein verstellen, von Strom ist man aber unabhängig. Laut Aussage der Rotor-Techniker ist das System, einmal richtig eingestellt, bis zu vier Jahre völlig wartungsfrei. Erst dann sollte das Mineralöl gewechselt werden.

Das Know-How für die Hydraulik-Funktionen kommt vom deutschen Unternehmen Magura - im Fahrradbereich vor allem unter Mountainbikern für Bremsen und Federgabeln bekannt. Magura stellt auch die Bremsen für die Rennradgruppe, dazu gehört die schon seit zwei Jahren einzeln erhältliche hydraulische Felgenbremse und eine Scheibenbremse für Rennräder. Auch die Endmontage, sprich das Befüllen und Entlüften der Leitungen vor der Auslieferung, wird in Schwaben passieren. Die Kette kommt von KMC, ansonsten werden alle Komponenten bei Rotor selbst produziert. Die Gruppe machte am Stand einen fast marktreifen Eindruck, die ersten Exemplare sollen im Frühjahr 2016 erhältlich sein. Später sollen auch günstigere Varianten sowei eine Mountainbike-Gruppe folgen. Einen ersten Eindruck von den Teilen und viele zusätzliche Infos bekommt Ihr in unserer Bildergalerie:

Fotostrecke: Rotor Uno

Jens Klötzer am 28.08.2015
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