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Eurobike News: Komponenten – FSA präsentiert elektronische Schaltgruppe

FSA K-Force WE: Neue Konkurrenz für Di2, eTap und EPS

Manuel Jekel am 03.09.2016

Der taiwanische Komponentenhersteller FSA präsentiert auf der Eurobike seine lange erwartete elektrische Schaltgruppe. Nach Shimano, Campagnolo und SRAM ist FSA der vierte Anbieter von elektrischen Rennradschaltungen.

Der taiwanische Komponentenhersteller FSA präsentiert auf der Eurobike seine lange erwartete elektrische Schaltgruppe für Rennräder. Nach Shimano, Campagnolo und SRAM ist FSA der vierte Anbieter von elektrischen Rennradschaltungen.

Fotostrecke: FSA K-Force WE

Die K-Force WE orientiert sich bei den Funktionen an den bekannten Schaltsystemen der Konkurrenz und ist für zwei Kettenblätter vorne und elf Ritzel ausgelegt. Die Schaltbefehle werden kabellos übertragen – ähnlich wie bei der eTap-Gruppe von SRAM. Knopfzellen in  beiden Hebeln stellen die Energieversorgung für die Erteilung der Schaltbefehle sicher, die mit dem Übertragungsstandard ANT+ übertragen werden, auf dem auch die meisten Radcomputer basieren. Um externe Zugriffe auf die Schaltung zu verhindern, hat FSA allerdings einen eigenen Netzwerkschlüssel eingebaut. Hacker sollen so keine Chance haben. Die Gruppe heißt zwar K-Force WE, wobei "WE" für wireless electronic steht. Ganz ohne Kabel kommt die Gruppe allerdings nicht aus. Batterie, Schaltwerk und vorderer Umwerfer, der zugleich Empfänger und Schaltzentrale und damit sozusagen das Gehirn des System ist, sind ihrerseits per Kabel miteinander verbunden – ähnlich wie Shimano Di2. FSA bezeichnet die Kombination aus kabelloser und kabelgebundener Übertragung als das beste aus zwei Welten. Ein Vorteil der Lösung ist auf jeden Fall die lange Betriebsdauer der Batterie. Der 7,4 V Li-Ionen-Akku soll eine Laufzeit von bis zu 6.000 Kilometern haben; die Ladezeit soll 1,5 Stunden betragen. Befestigt wird der stabförmige Akku wie bei der Di2 in der Sattelstütze.

Die Funktionsweise der K-Force WE unterscheidet sich ein wenig von den konkurrierenden Systemen. Unterhalb des Bremshebels befindet sich eine Schaltwippe. Tippt man oben , schalten Umwerfer beziehungsweise Schaltwerk in einen schwereren Gang, tippt man am anderen Ende, in einen leichteren Gang. Das Schaltwerk bewältigt maximal ein 32er-Ritzel. Drei Kassetten stehen zur Wahl: 11-25, 11-28 und 11-32 Zähne.

Ergänzend zur Schaltgruppe hat FSA für die K-Force einen neuen Kurbelsatz aus Carbon sowie neue Bremsen vorgestellt, die für Reifen bis 28 Millimeter Breite ausgelegt sind. Erstmals kann FSA damit eine komplette Rennradgruppe anbieten. Bei kurzem Fahrtest auf dem Parkplatz vor dem Messegelände funktionierte die K-Force WE gut, aber nicht spektakulär anders als die Konkurrenzsysteme. Ein Alleinstellungsmerkmal der K-Force WE sind die Bremsschalthebel, die in zwei Größen erhältlich sind. Eine Standardgröße ist für normalgroße Hände und Lenker mit normalem Biegeradius ausgelegt. Eine Kompaktgröße soll sich besser für Fahrer mit kleinen Händen eignen und auch die bessere Wahl für Lenker mit engem Biegeradius sein.

FSA gibt das Gewicht der kompletten K-Force WE mit 2.090 Gramm an, womit die Gruppe minimal schwerer wäre als die Systeme von Shimano und SRAM. Der Verkaufsstart für das Frühjahr 2017 geplant. In Vorbereitung sind auch eine hydraulische Scheibenbremsen, Bedieneinheiten für Zeitfahrräder sowie Satellitenschalter für Rennlenker, die allerdings erst etwas später kommen sollen. Beim Preis will sich FSA am Niveau von Dura-Ace Di2 und SRAM eTap orientieren.

Manuel Jekel am 03.09.2016