Test 2015: Windwesten für Damen und Herren Test 2015: Windwesten für Damen und Herren
Westen

Test 2015: Windwesten für Damen und Herren

Matthias Borchers am 03.04.2015

Eine Windweste gehört zur Grundausstattung für jeden Rennradler. Aber welche ist die Richtige? Im TOUR-Test: neun Damen- und zwölf Herren-Modelle.

Windweste ist nicht gleich Wind­weste. Neben Schnitten speziell für Frauen und Männer bieten viele Hersteller auch unterschied­liche Modelle je nach Situation: vom minimalistischen Windschutz für som­merliche Pässetouren über wasserabweisende Allrounder für Frühling und Herbst bis zum warmen Soft­shell-Überzieher, der in Kombination mit dicken Armlingen schon fast als Winter­jacke verwendbar ist.

Entsprechend unterschiedlich sind die Erwartungen an das ­ärmellose Kleidungsstück. Ein Windschutz für ­rasante Talfahrten muss sich bergauf faustklein in der Trikottasche parken lassen und darf nicht laut knatternd flattern, wenn man Kehre um Kehre talwärts saust. Um als ­Alternative zur Regenjacke zu taugen, müssen zumindest die Westen-Vorderseite und der untere Rücken aus wasserabweisendem Textil oder einer Mem­bran gefertigt sein. Und wer die Weste als wärmende Schicht an vielen Tagen im Jahr als Standard trägt, schätzt eine Luxus-Ausstattung mit hochwertigen Reißverschlüssen, Taschen, gepolstertem ­Kragen sowie haltbaren und fest ­sitzenden Bündchen an Schultern und Hüfte. Solche Allrounder passen dann kaum noch in die Trikottasche – schon gar nicht bei Damen-Trikots, die oft sehr kleine Taschen haben.

Zu unserem Vergleichstest eingeladen haben wir insgesamt zwölf Anbieter; vertreten sind die bevorzugten Marken der TOUR-Leser (laut unserer Leserbefragung 2014), die Sieger des letzten Tests (Bontrager und Endura, TOUR 6/2012->), sowie die beiden Newcomer Adidas und POC – wobei Adidas als Marke für Rennradbekleidung in den Markt zurückkehrt. Die Westen, so unsere Testanforderung, sollten wind- und möglichst wasserabweisend sein – und geeignet für Außentemperaturen um die zehn Grad Celsius.

Fotostrecke: Test 2015: Windwesten für Damen und Herren

Die Testergebnisse dieser Windwesten finden Sie im PDF-Download:

HERREN:

• Adidas Infinity Wind Vest
• Assos s.V. emergency
• Bontrager RXL Windshell Vest
• Castelli Isterico Vest
• Craft PB Featherlight Vest
• Endura FS260 Pro Adrenaline Race Gilet unisex
• Gore Bike Wear Element WS AS Vest
• Löffler Herren Weste WS Active
• Mavic HC Vest
• Pearl Izumi Elite Barrier Vest
• POC Essential Wind Vest
• Vaude Me Air Vest II

DAMEN: 

• Adidas Infinity Wind Vest
• Assos sV.blitzFeder
• Bontrager Race WSD Windshell Vest
• Castelli Illumina Shell Vest
• Craft Featherlight Vest
• Gore Bike Wear Countdown AS Lady Vest
• Löffler Damen Weste WS Active
• Pearl Izumi W Elite Barrier Vest
• Vaude Wo Air Vest II

Westen-Vielfalt

Die Hersteller interpretieren unsere Anforderungen erstaunlich unterschiedlich. Die Extreme markieren einerseits die minimalistische s.V. emergency von Assos, die man als Tank-Top-Weste bezeichnen könnte; auf der anderen Seite rangieren die Isterico Vest von Castelli und die HC Vest von Mavic mit angerautem, wärmendem Innenfutter. Auch die Preisspanne ist groß: Sie reicht von günstigen 50 Euro (Vaude) bis 150 Euro (POC).

Bewertet haben wir alle Westen des Testfelds in fünf Kategorien: Qualität, Schnitt/Passform, Ausstattung, Wetterschutz und Handling. Da wir Ausstattung, Handling sowie Schnitt und Passform etwas strenger bewerten, sind die Noten mit vergangenen Tests nicht mehr direkt vergleichbar. Diesmal können sich Assos bei den Damen und Gore Bike Wear bei den Herren an die Spitze der Konkur­renz setzen. Mit der klassischen Berg-Weste zum günstigen Preis steigt Adidas auf Augenhöhe in den Wettbewerb der Hersteller ein. POC weiß zwar, wie man eine Windweste passgenau auf den Radlerleib schneidert, knausert aber bei der Ausstattung. Die Assos-Weste s.V. emergency führt das Testfeld in diesem Fall nicht beim Preis an, erfordert aber etwas Mut zum Fashion-Statement und die passende Figur. Sie endet bereits am untersten Rippenbogen – mit einem breiten silbernen Reflektorstreifen ... 

Matthias Borchers am 03.04.2015