Funktionsunterhemden Funktionsunterhemden
Unterwäsche

Funktionsunterhemden

Jörg Spaniol am 28.07.2004

Heiß oder kühl, stinkig oder angenehm? Kein Funktionsunterhemd ist wie das andere. Mit einem Dutzend Freiwilliger und aufwändigen Labortests hat TOUR herausgefunden, welche der Wunderfasern für Rennradler taugen. (TOUR 6/2004)

Das Unterhemd ist die wichtigste Bekleidungsschicht. Wenn die nicht funktioniert, können die anderen Schichten noch so gut sein – das Gesamtergebnis wird nie befriedigen!“ Markus Weder weiß genau, wovon er spricht. Der Testleiter der „Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt“ (EMPA) in St. Gallen hat schon kubikmeterweise Funktionskleidung durch die Labore geschleust. Acht Sportunterhemden für TOUR waren es dieses Mal, jedes aus einer anderen Faser-Art. Das Untersuchungsziel: Herauszubekommen, welche der vielen Kunst- oder Naturfasern die richtigen Eigenschaften für den Einsatz unter dem Radtrikot hat. Stünde das fest, würde der Blick aufs Etikett bei der Kaufentscheidung helfen. Dort steht, aus welchem Stoff die Hemden sind.

Doch was sind die „richtigen“ Materialeigenschaften? Ganz einfach: Die Faser muss den Körper bei dem unterstützen, was er erreichen will. Das Unterhemd als „zweite Haut“ hilft der „ersten Haut“ bei ihrem Job. Bei Anstrengung schwitzt man, um die Abwärme (75 Prozent des Energieumsatzes) möglichst rasch loszuwerden. Der Körper würde sonst überhitzen und seine Leistungsfähigkeit verlieren. Die Aufgabe des Hemdes ist es dann, den Schweiß hautnah verdunsten zu lassen. Ohne die Faser würde er in Bächen den Körper hinunterrinnen, ohne besonders zu kühlen. Doch die Haut hat auch die entgegengesetzte Aufgabe, den Körper vor Auskühlung zu schützen. Ein Funktionshemd sollte dann besser wärmen als es die bloße Haut täte. Viele Hersteller versprechen, dass ihre Funktionshemden genau das tun. Nur: So richtig zu funktionieren scheint das nicht immer. Unsere aufwändige Fahndung nach der perfekten Radlerfaser führte zu Ergebnissen, die in ihrer Tendenz auch auf nicht getestete Marken anwendbar sind, die mit verwandten Materialien arbeiten. Andere gebräuchliche Oberflächenbehandlungen, Materialstärken und Strickverfahren können zwar leicht abweichende, aber keine völlig anderen Resultate für ein Material ergeben.

Diese Modelle finden Sie im Test:
Brynje Super Thermo, Craft Pro Layer 1, Gonso U-Shirt Basic und Riva Shirt, Helly Hansen Stripe TV-Neck, Löffler Unterhemd Transtex, Odlo Light Effect, Ortovox Bergen

Jörg Spaniol am 28.07.2004
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