Test 2015: Aerodynamische Rad-Kleidung Test 2015: Aerodynamische Rad-Kleidung

Test 2015: Aerodynamische Radkleidung

Aerodynamische Kleidung für Rennradfahrer im Test

Robert Kühnen am 23.07.2015

Speziell aerodynamisch geschneiderte Trikots und Hosen bringen mehr und kosten weniger als im Windkanal entwickelte Räder. Lesen Sie hier, was die schnellen von langsameren Trikots und Hosen unterscheidet und worauf Sie beim Kauf achten sollten

Radprofis überlassen nichts dem Zufall. Jede Stellschraube, um Ausrüstung und Material zu verbessern, wird Schritt für Schritt weitergedreht, die Aero­dynamik von Fahrer und Rad ist seit einiger Zeit das beherrschende Thema. Ein Aspekt mit erheblichem Potenzial ist dabei die Kleidung – gut zu beobachten am Design der Helme: Alle namhaften Hersteller bieten inzwischen (nicht nur den gesponserten Profis) aerodynamisch optimierte Helme auch für klassische Straßenrennen an – zusätzlich zu den normalen Rennhelmen und neben den tropfenförmigen Spezialhelmen für Zeitfahren.

Bei der Kleidung ist der Fortschritt deutlich schwerer zu erkennen – auf den ersten Blick sehen die Rennfahrer aus wie immer: kurzärmeliges Trikot, kurze Hose, fertig. Doch wer genauer hinsieht, stellt zum einen fest, dass in klassischen Straßenrennen immer öfter hautenge Einteiler getragen werden, die früher dem Zeitfahren vorbehalten waren, und zum anderen, dass auch die bewährte Kombi aus Trikot und Hose sich verändert. Besondere Schnitte und Stoffe sollen den Fahrer leichter durch den zähen Fahrtwind gleiten lassen. Der Bekleidung mehr Aufmerksamheit zu widmen, ist nur logisch: Da der Fahrer wesentlich mehr Luftwiderstand erzeugt als das Rad, verspricht die Optimierung am Körper deutliche Vorteile. Und: Von dieser Form des Tunings können auch Hobby­sportler enorm profitieren – für erheblich weniger Geld als es der Kauf eines super windschnittigen Rades erfordert. 

Teststrecke im Velodrom

Wie groß die Unterschiede zwischen Flattertrikot und Spezialdress sind, haben wir auf der Rad­rennbahn Augsburg mithilfe des Radprofis Leif ­Lampater getestet. Zentrales Testinstrument ist ein Leistungsmessgerät, mit dem der Rennfahrer aufzeichnet, wie viel Leistung (in Watt) er für eine ­bestimmte Geschwindigkeit aufwenden muss. Lampater fährt auf der Bahn in Unterlenkerposition konstante Runden mit 45 km/h, sein Pioneer-Power­meter erfasst die für die Geschwindigkeit nötige Leistung. Im Vergleich verschiedener Fahrten zeigt sich dann, welchen Einfluss die Kleidung auf die Fahrleistung hat. 

Die Testergebniss in Kürze:
• Unterschied zwischen Freizeit-Sportkleidung und dem schnellsten Dress im Test: 65 Watt
• Differenz zwischen enger Kleidung und dem schnellsten Dress: 21 Watt
• Benötigte Mehrleistung mit einer Regenjacke: 35 Watt
(jeweils bei 45 km/h)

Fotostrecke: Test 2015: Aerodynamische Radkleidung

Die Testergebnisse dieser Modelle im Aero-Vergleich finden Sie unten im PDF-Download:

• Castelli Einteiler San Remo 3.0 Speed Suit
• Castelli Free Aero Race Bishort und Aero Race 5.0 Jersey
• Rapha Pro Team Lightweight Bib Shorts und Aero Jersey
• Rapha Einteiler Pro Team Aerosuit
• Santini B-Rob Aero Bis-Shorts und Photon 3/4 Trikot
• Santini Einteiler Sleek 2.0 Road Speed Skinsuit
• Sportful Bodyfit Classic Bibshort und R&D Speedskin Jersey
• Maloja Pushbikers Race Bib und Race Jersey 1/2 (Original Outfit von Leif Lampater)

TOUR Titel 7/2015

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Robert Kühnen am 23.07.2015