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Test Radhosen für Herbst und Winter

Lange Radhosen: Schutz gegen Nässe und Kälte

Matthias Borchers am 05.12.2019

Wer im Winter Rennrad fährt, muss sich gegen Kälte und Nässe schützen. Wir haben 15 lange Radhosen für Herbst und Winter ausführlich getestet.

Lange Radhosen für Herbst und Winter sind im Ideallfal wahre Alleskönner: Sie halten Nässe und Fahrtwind draußen, die Körperwärme drinnen und transportieren zugleich Schweiß so schnell wie möglich ab, damit man auch am steil ansteigenden Sonnenhang nicht wegen Überhitzung aufgeben muss.

Unterschied 1: Preis

Die günstigste Hose unseres Testfeldes von insgesamt 15 Modellen stammt von Rose und kostet 110 Euro, für die teuerste vom italienischen Edelschneider Q36.5 muss man 290 Euro hinblättern. Das ganze Testfeld im Überblick mit der jeweiligen Hersteller-UVP:

Alé Dots WR 157 Euro hier bestellen*
Biehler Neo Classic Thermal Rain 220 Euro hier bestellen
Bioracer Spitfire Tempest 140 Euro hier bestellen*
Castelli Sorpasso 2 Wind Bibtight 200 Euro hier bestellen*
Craft Ideal Pro Wind Bib Tights 140 Euro hier bestellen*
Endura Pro SL Bibtights II 200 Euro hier bestellen*
Gorewear Partial Windstopper Pro Trägerhose+ 200 Euro hier bestellen*
Löffler Cruiser WS Warm 150 Euro hier bestellen*
Pearl Izumi Elite Escape Amfib Cycling Bib Tight 180 Euro hier bestellen*
Q36.5 Termica L1 Long Salopette 289 Euro hier bestellen*
Rapha Pro Team Winter Tights II 250 Euro hier bestellen
Rose High End Fluo Thermo Trägerhose 110 Euro hier bestellen*
Santini Vega H 20 Bibtights 150 Euro hier bestellen*
Sportful Flandre Norain Pro Bibtight 150 Euro hier bestellen*
Vaude Matera LesSeam Tights 140 Euro hier bestellen*

Die detaillierten Testergebnisse mit Einzelnoten zu jeder der 15 Trägerhosen finden Sie unten als kostenpflichtiges pdf zum Download. Darin enthalten: Gesamtnote für jedes Modell, grammgenaue Gewichtsangabe, gemessene Polsterbreite und genaue Materialzusammensetzung.

Fotostrecke: 15 Lange Radhosen im Test: Die Einzelansicht

Unterschied 2: Membranmaterial

Auch in ihren Eigenschaften weisen die Testhosen große Unterschiede auf. Die Modelle von Alé und Santini sind sehr elastisch und mit knapp 300 Gramm sehr leicht. Statt einer Membran haben sie eine Imprägnierung auf der Außenhaut, an der das Wasser abperlen soll. Etwa 150 Gramm mehr bringen die schwersten Hosen – von Pearl Izumi, Biorace oder Vaude – auf die Waage; beide sind mit einer winddichten und wasserabweisenden Membran ausgestattet und fühlen sich dadurch deutlich steifer an. 

Grundsätzlich bieten schwerere Hosen den besten Kälte- und Nässeschutz: An der kompletten Front bis zum Bund sowie am Po, wo das Spritzwasser vom Hinterreifen auftrifft, liegt zwischen Futter und Außenhaut eine Schicht Membranmaterial. Dampfdurchlässiger sind dagegen die Modelle ohne Membran. Wer auch im Winter intensiv trainiert, sollte daher ein leichteres Modell ohne „Isolierschicht“ wählen, wer leicht friert und eher gemütlich unterwegs ist, eine dickere Hose.

Unterschied 3: Sitzpolster

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Signalfarben erhöhen die Sichtbarkeit im Straßenverkehr drastisch. LEider sind nicht viele Modelle wie hier Santini mit größeren Farbelementen versehen.

Die Sitzpolster unterscheiden sich in Breite und Dicke nicht wesentlich von denen in kurzen Sommerhosen. Meist sind die Pads vorn lediglich länger geschnitten, um besser vor Wind und Kälte zu schützen. Mit einer effektiven Breite von elfeinhalb Zentimetern ist das Craft-Polster sehr schmal, knapp fünf Zentimeter breiter sind die Pads bei Biehler und Vaude. Natürlich fließen auch sinnvolle Details, wie Reflexmaterial, vorgeformte Kniepartien oder leicht bedienbare und nicht störende Reißverschlüsse oben am Latz oder unten am Knöchel, in unsere Bewertungen ein.

Tipp: Anprobieren

In Sachen Passform und Schnitt wiederum können unsere Beschreibungen nur Anhaltspunkte bieten; ob die Hose beim Pedalieren wirklich gut und bequem sitzt, hängt stark von Körperbau und individuellen Vorlieben ab. Probieren Sie die Hosen daher immer in Ruhe an – am besten direkt im Fachgeschäft –, bevor Sie mit dem neuen Teil ins Herbst- und Wintertraining losrollen.

Das TOUR-Testverfahren

Die Gesamtnote setzt sich aus vier Teilnoten zusammen, die wir in teils aufwendigen Labortests ermitteln. Alle Modelle sind zudem von Rennradfahrern Probe gefahren. Ihre Erfahrungsbereichte schlagen sich vor allem in der Teilnote zu Passform und Tragekomfort nieder. So bewerten wir: 

Sitzpolster (30 %)

Anders als bei leichten Sommer-Radhosen, bei denen das Polster aufgrund des dünnen und sehr elastischen Materials schlechter in Position bleibt, wird es bei den dickeren und festeren Allwetterhosen in der Regel besser fixiert. Voluminöse Polster, können Sitzkomfort und das Tretgefühl negativ beeinflussen. Entsprechend bekamen tendenziell flache und flexible Polster bessere Noten als dick gepolsterte "Windeln". Zur Orientierung haben wir bei jedem Sitzpolster die effektive Dämpfungsfläche gemessen und in der Tabelle aufgeführt, damit jeder – passend zu seinem individuellen Sitzknochenabstand – eine erste Einschätzung für die Auswahl bekommt.

Passform/Tragekomfort (30 %)

Im vergleichenden Praxistest haben wir Passform und Tragekomfort aller Modelle in Größe L verglichen und bewertet. Hier gehen die Erfahrungen unserer Testfahrer in Sachen Stoffgefühl auf der Haut und Wärmeempfinden bei steigenden Temperaturen in die Note ein. Neben dem allgemeinen Sitz der Hose – wirft sie Falten, wie komfortabel lässt sie sich an- und ausziehen? – sind auch der Sitz des Polsters und der Hosenträger relevant. Auch Form und Elastizität im Kniebereich und an den Beinabschlüssen sind wichtige Details, die in die Bewertung eingehen.

Ausstattung (20 %)

In die Ausstattungs-Note fließen Details ein wie Machart und Verlauf der Träger und Beinabschlüsse sowie das Vorhandensein und die Platzierung von Reflexmaterial. Vorhandene Reißverschlüsse am Latz oder am Beinabschluss müssen leicht laufen und dürfen nicht drücken. Das Gleiche gilt für Nähte, vor allem am Sitzpolster.

Wetterschutz (20 %)

Mit dem sogenannten Spray-Test (DIN-EN-ISO 4920) wird das Abperlverhalten der zuvor gewaschenen Hosen ermittelt. Optimal ist, wenn Wassertropfen von der Oberfläche abperlen; schlecht ist, wenn sich der Stoff sofort vollsaugt – dadurch kühlt man während der Fahrt schneller aus. Das Isolationsvermögen haben wir im Praxistest bei einer Umgebungstemperatur von fünf bis zehn Grad ermittelt. Aufgrund der Verwendung ähnlicher Materialien lässt sich pauschal urteilen, dass leichte Sets um 300 Gramm deutlich weniger wärmen als schwere Modelle, die 100 Gramm mehr auf die Waage bringen; diese isolieren sogar noch bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt ausreichend gut.


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Matthias Borchers am 05.12.2019
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