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Helm-Test 2020: Teuer gegen günstig

Großer Sicherheitstest: 26 Helme von 13 Herstellern

Matthias Borchers am 19.08.2020

Wie sicher und komfortabel sind günstige Helme im Vergleich zu den Topmodellen? Das wollten wir wissen und haben 26 verschiedene Modelle im größten Labortest verglichen, den TOUR jemals gemacht hat.

Neue Werkstoffe und Technologien machen Helme sicherer – das zeigen die Crash-Tests von TOUR. Sicherheitstechniken wie MIPS und Co. senken messbar das Risiko von Gehirnerschütterungen, indem sie den Kopf beim schrägen Aufprall zusätzliche Rotationsfreiheit geben. Teure Helme verfügen häufiger über solche Features und schneiden daher im Schnitt besser ab als günstige. Vereinzelt findet sich fortschrittliche Technik aber auch in günstigeren Helmen. Unser Test zeigt außerdem, dass die aktuelle Normung überholt ist.

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Der günstigste Helm mit Mips ist der Specialized Echelon II Mips für 90 Euro.

Erstmals konnten wir in einem aufwendigen innovativen Testverfahren, die Schutzwirkung von Mips und Co. messen und basierend auf diesen Daten objektiv eine Aussage darüber treffen, welcher Helm besser schützt als andere. In der Gesamtwertung können sich die teuren Helme durchsetzen, auch im direkten Paarvergleich eines Herstellers ist der teure meist besser, aber immerhin gewinnt auch viemal das günstigere Modell.

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Der teuerste Helm mit Mips ist der Giro Aether Mips und kostet 320 Euro

26 Helmmodelle von 13 Herstellern von 80 bis 320 Euro im TOUR-Test

Das komplette Test-Fazit mit allen Bewertungen im Detail finden Sie in TOUR 9/20 (hier versandkostenfrei bestellen) und im kompletten Test-Artikel, den Sie am Seitenende kostenpflichtig herunterladen können. 

Unter den getesteten Modellen war kein Helm für Sie dabei? Dann schauen Sie bei unserem Test von aerodynamischen Visierhelmen vorbe: Zum kompletten Visierhelm-Test.

So testet TOUR

TOUR hat die höchsten Teststandards der Radsportbranche. Für den aktuellen Test war zwei Mitarbeiter wochenlang Tag (und teils auch Nacht) im Einsatz.

Labortest: Sicherheitsprüfung 

Der Helm wird auf einen 4,9 Kilogramm schweren Prüfkopf aus Aluminium gesetzt, Riemen und Kopfband werden nach realem Vorbild geschlossen. Butyl-Auflagen imitieren die Flexibilität der Kopfhaut. Helm und Kopf werden beim simulierten Sturz auf einem Schlitten geführt und treffen im Winkel von 45 Grad mit 21 km/h auf. Die Straße stellt
im Prüfaufbau eine Stahlfläche dar, die mit Schleifpapier in 40er-Körnung belegt ist, um die Rauheit des Asphalts zu imitieren. Wir gehen damit analog zu den Prüf­einrichtungen von Mips, Virginia Tech und ­diversen Forschungseinrichtungen vor.

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Der behelmte Prüfkopf, kurz vor dem seitlichen Aufschlag auf die geneigte Aufprallfläche.

Wir testen von jedem Helm mindestens zwei Muster. Im ersten Anlauf des Sicherheitstests assen wir den Helm auf die Stirn auftreffen, im zweiten auf die Seite. Beschleunigung und induzierte Rotation, durch den Aufprall auf die Schräge, werden gemessen und aufgezeichnet. Angegeben wird der Mittelwert aus vier Messungen; dieser geht mit 25 Prozent in die ­Endnote ein. Die Helme zeigen nach dem Test meist Anrisse und ­gelegentlich kleine ausgebrochene Stellen. Strukturell bleiben die Helme aber alle intakt, einigen sieht man die Stürze kaum an. Innerlich nehmen sie aber Schaden. Vereinzelt haben wir Helme mehrfach auf die selbe ­Stelle aufprallen lassen. Die Schutzwirkung wird dabei mit jedem Mal schwächer.  

Die Belüftung testen wir mit einer Windmaschine. ­Der erhitzte, behelmte Kopf wird der Strömung ausgesetzt und wir ermitteln die Kühlleistung in Watt. Diese geht mit 20 Prozent in die Endnote ein, ebenso wie ­das ­Gewicht des Helms.

Praxistest
Gurtsystem und Kopfband bewerten wir systematisch nach einer Vielzahl von Kriterien in Funktion und Handhabung, beide Punkte gehen je mit 10 Prozent in die Wertung ein. Den Passform- und Praxis-Check machen mehrere TOUR-Tester.

<<Mehr zu den Testprotokollen des TOUR Magazin>>


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Matthias Borchers am 19.08.2020
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