Einzeltest 2016: Datenbrille Garmin Varia Vision Einzeltest 2016: Datenbrille Garmin Varia Vision

Einzeltest 2016: Datenbrille Garmin Varia Vision

Datenmonitor: Garmin Varia Vision im Test

Matthias Borchers am 01.11.2016

Produkte wie Garmins Datenmonitor Varia Vision haben das Potenzial, die Rennradgemeinde zu spalten. Die Datenbrille teilt Rennradfahrer in zwei Lager.

Während Puristen den Kopf schütteln mögen, ­finden Tech-Nerds eventuell Gefallen an dem Mini-Bildschirm vor dem Auge, der die Fahrdaten des via Bluetooth gekoppelten Edge-Radcomputers anzeigt. Das akkubetriebene, 30 Gramm schwere ­Gerät rastet in den am Brillenbügel befestigten Bajonettverschluss ein und lässt sich per Gummi-Arm und Drehgelenk ausrichten. Man kann es links oder rechts montierten, die Anzeige stellt sich automatisch um. Eine kleine Lupe macht das Bild lesbar, eine Schärfenkorrektur gibt’s nicht, fehlsichtige Radler sehen im Zweifelsfall nur verschwommene weiße Zeichen auf schwarzem Grund.

Der ­Mo­nitor zeigt bis zu vier frei wählbare Werte – auch Routing-Informationen und Abbiegehinweise – auf fünf verschiedenen Seiten an, durch die man durch Wischgeste auf der berührungsempfindlichen Fläche des Haltearms wechseln kann. Das klappt auch während der Fahrt nach kurzer Lernphase erstaunlich einfach. Ebenfalls schnell gewöhnt man sich an den Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht, also den Blick auf den Monitor oder auf die ­Straße. Man sollte sich aber für die Eingewöhnung ein ruhiges Sträßchen suchen; im ersten ­Moment lenkt der Blick auf den Monitor ziemlich ab. Auch an die eingeschränkte Sicht über die Schulter muss man sich gewöhnen. Je besser die Radbrille sitzt, desto weniger macht sich das einseitige Übergewicht bemerkbar. Ansonsten schaut man nach kurzer Zeit ­eigentlich nur noch auf das kleine Display statt auf den Computer am Lenker. Ist der mit dem Smartphone ­gekoppelt, zeigt Varia Vision durch Vibrations­alarm auch eingehende SMS oder Nachrichten an.

Ein wünschenswerter nächster Entwicklungsschritt wäre die Koppelungsmöglichkeit mit weiteren (Garmin-)Geräten bzw. direkt mit Smartphone-Trainings-­Apps sowie eine Schärferegulierung für ­Brillenträger. Ansonsten ist es für "early adopter" ein nettes Gimmick, das zeigt, wohin die Reise gehen könnte.

PLUS innovativ und intuitiv, Daten gut ablesbar
MINUS schränkt das Sichtfeld ein, lenkt vom ­Straßenverkehr ab

Preis  400 Euro 
Info  www.garmin.com

TOUR Titel 8/2016

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Matthias Borchers am 01.11.2016
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