Nordspanien Nordspanien

Etappenreise mit dem Rennrad durch Nordspanien

7 Tage mit dem Rennrad an Nordspaniens Küste

Patrick Kunkel am 25.08.2015

Spaniens raue Nordküste ist perfektes Terrain für eine Etappenreise mit dem Rennrad. Dort schlängeln sich zwischen Bergen und Atlantik traumhafte Straßen durch einen schroffen, immergrünen Landstrich.

Javi schüttelt den Kopf. "Ihr müsst verrückt sein!", meint unser baskischer Bekannter, als wir ihm abends am Kneipentisch von unserem Plan erzählen: mit dem Rennrad in sieben Etappen von Bilbao im Baskenland nach Santiago de Compostela in Galicien. Eine Traumtour, denken wir, immer entlang der nordspanischen ­Atlantikküste, durch Baskenland, Kantabrien, Asturien und schließlich Galicien. Auf kurvigen Küstenstraßen westwärts durch den schmalen Landstrich zwischen dem Gebirgszug der Kantabrischen Kordilleren und dem ­Atlantik, wo schroffe Berge ins raue Meer tauchen und sich einsame Strände zwischen Klippen ausbreiten.

Doch Javi sieht das anders: "In den Bergen Asturiens kannst du vielleicht gut Rennrad fahren, aber nicht an
der Küste. Der ganze Verkehr, das ist viel zu gefährlich!" "Unfug", wirft Javis Kumpel Ibon ein. Inzwischen sei doch die Küstenautobahn fast komplett und die alte Haupt­straße entlang der Küste entsprechend leer. Außerdem gebe es dort viele Nebenstrecken. Und während sich zwischen den beiden ein Disput entspannt, lehnen wir uns entspannt zurück, nippen an dem kräftigen baskischen Rotwein und sind uns sicher: Natürlich fahren wir!
Javis Warnung klingt noch nach, als wir früh an einem sonnigen Julimorgen Bilbao verlassen, die größte Stadt des Baskenlandes. Kaum zehn Kilometer sitzen wir im Sattel, da verschwinden die Industrieanlagen hinter steilen, bewaldeten Bergkuppen. Die Sonne scheint, und wir rollen über einen asphaltierten Traumpfad, der am Rande einer Klippe fast

Fotostrecke: Etappenreise mit dem Rennrad durch Nordspanien

50 Meter über dem Golf von Biskaya balanciert. Unter uns brandet der Atlantik an die dunklen Felsen. Schafe blöken von der Weide über uns ­herab. So haben wir uns das vorgestellt. Nicht umsonst heißt der spanische Norden "Costa Verde", grüne Küste. Dort ist das Meer wilder und das Wetter unberechenbarer als im heißen Süden. Und anstatt weiß getünchter Dörfer wie in Andalusien stehen massive Natursteinhäuser mit Fachwerk auf sattgrünen Hängen.

Ausgestorbene Nationalstraße

Wir rollen auf schmalen Reifen durch eine abgeschiedene Welt aus kleinen Steinmauern, alten Brücken und verschlafenen Dörfern. Es scheint, als hätte jemand extra für Rennradfahrer dieses Asphaltband in der hügeligen Landschaft zwischen Ozean und Bergen ausgerollt. Rechts reicht das tiefblaue Meer bis zum Horizont, vor uns liegen die dunstig-blauen Silhouetten gestaffelter Bergketten. Javis Bedenken sind nur noch eine blasse Erinnerung.

Den gesamten Reisebericht und die GPS-Daten finden Sie unten als Download:

• Tag 1:  Bilbao – Mogro Stadt, Land, Strand 8116  Kilometer, 1.560  Höhenmeter)
• Tag 2:  Mogro – Llanes Berge und Steilküsten (96  Kilometer, 1.700  Höhenmeter)
• Tag 3:  LLanes – Cabueñes Wilde grüne Küste (96  Kilometer, 1.650  Höhenmeter
• Tag 4:  Cabueñes – Barcia Auf und ab von Bucht zu Bucht (117  Kilometer, 1.800  Höhenmeter)
• Tag 5:  Barcia – Montoñedo Ab in die Berge! (99  Kilometer, 1.500  Höhenmeter)
• Tag 6:  Montoñedo – Begonte Einsames Galicien (59  Kilometer, 1.100  Höhenmeter)
• Tag 7:  Begonte – Santiago Nach Santiago de Compostela (111  Kilometer, 1.550  Höhenmeter)

TOUR Titel 08/2015

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Patrick Kunkel am 25.08.2015