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Schweiz: Vierwaldstädter See mit dem Rennrad

Klettern mit dem Rennrad in der Zentralschweiz

Matthias Rotter am 31.05.2015

Am Vierwaldstättersee schlägt das Herz der Schweiz. Der Sage nach wurde an seinem Ufer die Eidgenossenschaft besiegelt. Sagenhaft sind auch unsere Touren durch die umliegenden Berge, kurze Cross-Passagen inklusive.

 Walter Ettli versteht die Welt nicht mehr. Der Senner der knapp 2.000 Meter hoch gelegenen Tannalp schüttelt verständnislos den Kopf über zwei ­Wanderer, die neulich bei schönstem Wetter vorbei­gekommen seien. Hätten aber keine Zeit für einen Plausch gehabt, ständig auf ihr Smartphone gestarrt und seien schließlich hektisch Richtung Seilbahn davongelaufen. ­Irgendeine App habe ihnen verraten, dass es um 12.40 Uhr regnen würde. "Dabei war nicht eine Wolke am Himmel zu sehen", ver­sichert Ettli. "Die Leute sehen die Schönheiten der Natur nicht mehr, verlassen sich lieber auf ein Telefon als auf ihre eigenen Augen." Wir sehen die Schönheiten im Moment zwar auch nicht, aber das liegt an den Wolkenbänken, die sich an den umliegenden Gipfeln festbeißen. "Wenn ihr noch zehn Minuten wartet, dann ist das alles weggezogen", verspricht Ettli und schenkt noch einen Schluck Kaffee nach. Heiß, schwarz, mit einem Schuss Pflaumenschnaps. Das richtige Lebenselixier nach den 1.300 steilen Höhenmetern hinauf zu Melchsee und Tann­alp.

Zentralschweiz

Schulterschluss: Wanderweg zwischen Tann- und Engstlenalp

Laufschuhe im Rucksack

Das Mautsträßchen nach Melchsee-Frutt ist eine Sackgasse für Rennradler. Für sich gesehen, die Hälfte eines seriösen Alpenpasses. Mit einer Steigung von meist über zehn Prozent sogar sehr seriös. Von Melchsee-Frutt führt ein asphaltiertes Sträßchen noch bis zur Tannalp. Dort beginnt ein knapp drei Kilometer
langer Wanderweg zur Engstlenalp, von der wieder ein asphaltiertes Sträßchen ins Tal führt. Deshalb stecken leichte Laufschuhe in unseren Rucksäcken. Der Weg zur Engstlenalp sei problemlos zu marschieren, erklärt uns Ettli, zudem gehe es nur bergab.

Als wir unsere Räder schultern, hat sich Ettlis Wetterprognose bestätigt. Der beschauliche Almboden zwischen Vierwaldstättersee und Sustenpass wird eingerahmt von einer grandiosen Kulisse, beherrscht vom 3.238 Meter hohen Titlis. Und es wird noch spektakulärer: Nach der Abfahrt von der Engstlenalp hangelt sich die Route auf einsamen Wirtschaftswegen am Südhang von Hasliberg dem Brünigpass entgegen. Vis-à-vis stehen die Eisriesen Wetter- und Schreckhorn Spalier, letzteres knapp über 4.000 Meter hoch. Erst ab dem Brünig nimmt der Verkehr zu. Aber dort rollt es bereits nur noch bergab dem Ziel entgegen.

Den gesamten Artikel und die GPS-Daten zu diesen Touren finden Sie unten als Download:

• Tour 1: Auf Tells Spuren (107  Kilometer, 880  Höhenmeter, max.  10 %  Steigung)
• Tour 2: Almenrausch (77 Kilometer, 2.000 Höhenmeter, max. 14 %  Steigung)

TOUR Titel 5/2015

Den gesamten Artikel mit Infos zur Komfortgeometrie, dem Weg zum richtigen Rahmen und allen Testergebnissen im Überblick finden Sie in TOUR 5/2015: Heft bestellen->   TOUR IOS-App->   TOUR Android-App->

Matthias Rotter am 31.05.2015