Reichenbachtal: Verschnaufpause vor Rosenlaui-Gletscher und Wetterhorn Reichenbachtal: Verschnaufpause vor Rosenlaui-Gletscher und Wetterhorn
Schweiz

Pass-Steckbrief: Schweiz: Große Scheidegg

Jörg Wenzel am 30.08.2009

Spätestens seit das Peloton der Tour de Suisse 1996 zum ersten Mal über die auf 1.962 Metern Höhe gelegene Grosse Scheidegg im Berner Oberland zum Etappenziel Grindelwald kletterte, dürfte dem radsportbegeisterten Publikum klar geworden sein, dass es auch abseits der nahegelegenen großen Pässe Grimsel und Susten großartige, rennradtaugliche Bergübergänge gibt.

Die Königsetappe der Tour de Suisse gewann damals mit mehr als einer Minute Vorsprung der Österreicher Peter Luttenberger. Auch wir empfehlen den Anstieg von der Meiringer Seite. Diese Route ist länger und sie versucht erst mit 16, später bis zu 18 Prozent steilen Rampen, den Radler abzuschütteln. Zwischendurch, auf den flachen Alpweiden des Reichenbachtals, kann man kurz verschnaufen und staunt mit offenem Mund angesichts des Panoramas – näher kann man den gewaltigen Wänden der Berner Alpen mit dem Rennrad nicht an die Füße fahren!

Das obere Wegdrittel ab Schwarzwaldalp und die Abfahrt nach Grindelwald sind autofrei, nur der Postbus darf fahren. Aber Vorsicht – deren Chauffeure weichen Velos nicht aus und zwingen Radler nicht selten ins schmale Kiesbett. Oben auf der Passhöhe ist gerade mal Platz für ein kleines Hotel. Bevor der Blick in der steilen Abfahrt nur zur nächs ten Kurve geht, kann man die berühmten Berge Eiger und Mönch aus wenig bekannter Perspektive bewundern. Die Firnhaube des Mönchs strahlt schneeweiß, der breite Eiger zeigt seine schmale Seite und sieht aus wie ein in den Boden gerammter Diskus.

Den gesamten Pass-Steckbrief finden Sie unten als PDF-Download.

Südwest- und Nordostrampe im Profil

Jörg Wenzel am 30.08.2009