Eindrucksvoll: die Westrampe des Furka Eindrucksvoll: die Westrampe des Furka
Schweiz

Pass-Steckbrief: Schweiz: Furkapass

Matthias Borchers am 31.05.2009

Der Furka ist nach dem Nufenen (2.478 m) der zweithöchste Pass der Schweiz, der in ganzer Länge auf eidgenössischem Territorium liegt.

Der Furka ist nach dem Nufenen (2.478 m) der zweithöchste Pass der Schweiz, der in ganzer Länge auf eidgenössischem Territorium liegt. Höher als der Furka sind zwar auch noch Großer St. Bernhard (2.469 m) und Umbrail (2.501 m), doch gehören deren Südrampen zu Italien. Bereits lange, bevor die Straße im Jahr 1867 eröffnet wurde, herrschte auf dem Saumpfad zwischen den Kantonen Wallis und Uri reger Handelsverkehr.

Die Furkastraße ist besonders von Westen her beeindruckend. Nach Beginn der Steigung in Oberwald windet sie sich zunächst wenig aussichtsreich durch ein enges Tal in die Höhe. Umso größer die Überraschung, wenn sich mit Erreichen der Siedlung Gletsch ein imposanter Kessel öffnet. Einen Ausweg scheint es nicht zu geben, bis man voraus an senkrechter Wand die Serpentinen zur Passhöhe erspäht. Links der feinen Zickzacklinien fällt der Rhônegletscher in die Tiefe, der in Folge der Klimaerwärmung viel Eis eingebüßt hat. Kaum zu glauben, dass seine Zunge noch vor rund 150 Jahren in Gletsch endete, im Vorgarten des ehrwürdigen Hotels “Glacier du Rhône”.

Das beweisen historische Fotos, die auch in den Postkarten-Ständern am Hotel du Belvédère rotieren, weiter oben an der Passstraße. Die einstige Nobelherberge steht in schwindelnder Höhe, direkt am Rande des Eisstroms. Hat man das Hotel erreicht, liegt die mit rund zehn Prozent steilste Passage der Westrampe hinter einem. Nun sind’s noch zweieinhalb Kilometer zur vergleichsweise öde anmutenden Passhöhe.

Die Ostrampe des Furka – bereits mehrmals von der Tour de Suisse befahren – ist kürzer, im Schnitt etwas steiler, aber ebenfalls sehr gleichmäßig. Allerdings hält sie für manchen eine psychologische Herausforderung bereit: Nach dem ersten Abschnitt mit Serpentinen zieht sich der Asphalt in einer ewig lang erscheinenden Geraden zur Passhöhe. Einige Hotels entlang der Strecke, die noch aus der guten alten Zeit stammen, zeugen auch hier von der touristischen Bedeutung des Furkapasses.

Den gesamten Pass-Steckbrief finden Sie unten als PDF-Download.

Harte Winter in dieser Höhe sind keine Seltenheit

Matthias Borchers am 31.05.2009