nufenenpass-panorama-0911 nufenenpass-panorama-0911
Schweiz

Pass-Steckbrief: Nufenenpass, Wallis/Tessin

Matthias Rotter am 26.09.2011

Mit seinen 2.478 Metern ist der Nufenenpass der zweithöchste Pass der Schweiz – und einer der jüngsten. Die Straße wurde erst 1969 für den Verkehr freigegeben.

Der Nufenenpass führt über eine innerschweizerische Sprachgrenze. Während man im Oberwallis Deutsch spricht, ist die Amtssprache in Airolo Italienisch wie der Zweitname des Nufenen, Passo della Novena. Vor der Freigabe für den Straßenverkehr existierte nur ein Saumweg, den die Walliser früher für den Salzhandel nutzten. Leider wird das optische Vergnügen durch zahlreiche Stromleitungen und mächtige Stahlstützen geschmälert. Das fällt besonders auf der Ostrampe negativ auf. 

Trotzdem gehört der Nufenen ins Pflichtenheft jedes Pässesammlers. Wer von Airolo aus startet, sollte die frühen Morgenstunden nutzen, denn bald brennt die Sonne unbarmherzig ins karge Val Bedretto, wo sich die Straße im letzten Drittel des Anstiegs am Südhang entlangschlängelt. Aber auch wenn der Nufenen dem Rennradler mit mehr als 1.300 Höhenmetern an der 22 Kilometer langen Ostseite einiges abfordert, Furcht einflößende Steilstufen hat man während der Kletterpartie nicht zu erwarten. Bis Kilometer acht liegen die Steigungen sogar deutlich unter der Fünf-Prozent-Marke. Danach pendelt sich der Anstieg über weite Strecken bei acht Prozent ein.

Bis auf eine elf Prozent steile Passage gilt das Motto Gleichmäßigkeit für die Steigung am Nufenen – auch für die Westrampe: Dort muss man auf eine Einrollphase wie im Val Bedretto verzichten; stattdessen klettert man zwischen dem Talkessel der Alp Ladstafel und der Passhöhe über 14 Serpentinen. Aber Vorsicht, der Nufenen kann auch richtig hart sein! Nämlich dann, wenn man ihn in eine der traditionellen Rundtouren über drei oder mehr Pässe einbindet.

nufenenpass-panorama-0911

Den gesamten Pass-Steckbrief finden Sie unten als PDF-Download.

.

Matthias Rotter am 26.09.2011