© Jörg Wenzel

Kuba

Vom Welthandel isoliert, von der Planwirtschaft ruiniert, mangelt es auf Kuba an vielem, auch an Rennrädern samt Ersatzteilen. Trotzdem betreiben Rennradler mit Hingabe ihren Sport – und zeigen Ausländern, die mit dem Rad kommen, gerne ihre schönsten Trainingsstrecken. Wir haben drei von ihnen im entlegenen Osten der Insel getroffen. (TOUR 1/2006)

Kubaner sehen in Touristen zweierlei: Sie können Bindeglieder sein zu einer Außenwelt, die ihnen sonst weitgehend verschlossen bleibt. Oder ein „Dollar auf zwei Beinen“, von dem man sich gerne auf ein Bier einladen lässt, dem man Rum oder Zigarren verkauft. Oder Sex. Yula sieht und sucht nur das Eine: Sie ist begierig, mehr zu erfahren – „Woher kommt ihr?“ „Wie wohnt ihr?“ „Ist es jetzt kalt in Deutschland?“ Die zwanzigjährige Rennradfahrerin hat viele Fragen.
Yula, mit vollem Namen Yusleidy Machín Segreo, steht pünktlich vor der Tür, um von Holguin, der viertgrößten Stadt Kubas, zum 60 Kilometer entfernten Bilder buchstrand von Guardalavaca zu radeln. Auf ihrer Lieblingsstrecke, die auf bestem Asphalt die Ausläufer der Hügelkette Grupo de Maniabón in stetem Auf und Ab quert. Vorbei an Weiden, Feldern und Obstplantagen, wo Campesinos die Ernte mit zweispännigen Ochsenkarren zu ihren strohgedeckten Holzhütten fahren.

Diese Routen finden Sie im PDF-Download:

1. Vamos a la Playa
(117 Kilometer, 700 Höhenmeter, maximal sieben Prozent Steigung)
Holguin – Playa Guardalavaca und zurück

2. Überlandfahrt
(100 Kilometer, 430 Höhenmeter, maximal 17 Prozent Steigung)
Holguin – Mirador de Mayabe – zurück Richtung Holguin – San Germán – Holguin

3. Wallfahrt nach El Cobre
(96 Kilometer, 1.020 Höhenmeter, maximal sechs Prozent Steigung)
Santiago de Cuba – El Cobre – Palma Soriano – gleiche Strecke
zurück. Variante von Palma Soriano: Autopista bis San Luís – Alto Songo – El Christo Santiago de Cuba

4. Höher geht's nicht
(126 Kilometer, 1.800 Höhenmeter, maximal 17 Prozent Steigung)
Santiago de Cuba – Las Guásimas – La Gran Piedra – Las Guásimas – El Verraco – Baconao – zurück nach Santiago de Cuba

5. Vuelta-Pass
(136 Kilometer, 1.660 Höhenmeter, maximal 15 Prozent Steigung)
Baracoa – Passstraße „La Farola“ – Cajobabo – Imías – Rückweg wie Hinweg

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Text: Jörg Wenzel
30.03.2006

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