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Frankreich

Pass-Steckbrief: Cormet de Roselend, Savoyen

Matthias Rotter am 15.07.2011

Der Cormet de Roselend (1968 m) verbindet die Täler des Beaufort bei Albertville im Westen mit dem oberen Tal der Isère im Osten.

Der ungewöhnliche Name des Passes stammt von der Almsiedlung „Roseland“ an der Westrampe, die 1960 beim Bau des Stausees geflutet wurde. Nach Überquerung des vorgelagerten Col du Meraillet (1.605 m) beschert der Lac de Roselend Radlern seither eine Verschnaufpause von der Kletterpartie zur Passhöhe. Etwa 20 Höhenmeter verliert man auf der kurzen Abfahrt zum See, an dessen Ufer die Straße sich entlang schlängelt. Bei der Tour de France zählt der Roselend wegen seiner gleichmäßigen Steigung und der nicht zu steilen Rampen nicht zur Hors-Kategorie (außerordentlich schwer) sondern zur ersten. Nur in wenigen kurzen Passagen wird die Acht-Prozent-Marke knapp überschritten. Im Streckenplan der Tour ist der landschaftlich reizvolle Pass meist nur das Vorspiel zu einer Bergankunft, beispielsweise hinauf nach Les Arcs.

Wer die Standardroute über den Roselend bereits kennt, kann auf der Westrampe bis zum See alternativ über den 1.703 Meter hohen Col du Pré anfahren. Das Sträßchen ist zwar mit einigen Zehn-Prozent-Passagen etwas anspruchsvoller, aber dafür schön schmal und viel weniger befahren. Zudem rollt man am Ende dieser Variante direkt über die Staumauer. Die Ostrampe ab Bourg St. Maurice ist landschaftlich ebenfalls schön, kann aber nicht mit einer Attraktion wie dem See aufwarten. Bei Kilometer sieben dürfte das Herz von Serpentinen-Fans höher schlagen, wenn es durch zehn eng aufeinander folgende Haarnadeln nach oben geht. Auf zwei kurzen Flachstücken kann man etwas regenerieren. Das Schild an der Passhöhe liefert einmal mehr Diskussionsstoff: Mit 1.968 Metern liegt die dortige Angabe genau einen Meter über der vieler Kartenwerke.

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Die West- und Ostseite im Profil

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Matthias Rotter am 15.07.2011