Ein Traumsträßchen hangelt sich durch die Verdon-Schlucht, 700 Meter über dem Fluss Ein Traumsträßchen hangelt sich durch die Verdon-Schlucht, 700 Meter über dem Fluss
Frankreich

Frankreich: Côte d’Azur

Sven Bremer am 18.02.2011

Hinter der sonnenverwöhnten, mondänen Côte d’Azur öffnet sich ein charmantes, beschauliches Frankreich – und für Rennradler die waldreiche, bergige Region des Massif des Maures sowie die spektakuläre Verdon-Schlucht.

Noch ist nicht viel los in der Bar “de la Mairie” am Markplatz von Collobrières. Es ist früh morgens, noch nicht einmal halb acht. Ein paar Bauarbeiter trinken Café, und der Wirt gähnt so herzzerreißend, dass man mit einstimmen muss. Gegenüber am Brunnen stehen zwei alte Frauen, tauschen Neuigkeiten und Küsschen aus. Eine leichte Brise schiebt ein paar heruntergefallene Blätter der mächtigen Platanen über den beinahe menschenleeren Platz, wo ein Dreikäsehoch auf einem Bonanza-Rad seine Runden dreht. Bald wird der Kleine Gesellschaft bekommen. Die Bar im Zentrum von Collobrières liegt im Herzen des Massif des Maures, eines bewaldeten, 60 Kilometer langen Höhenzugs, und sie ist so etwas wie das Wohnzimmer hiesiger Rennradler. Hier, nur ein paar Kilometer von der Côte d’Azur entfernt, treffen sich all jene, die gerade vom Col de Babaou heruntergerast sind oder den Anstieg aus Richtung Norden noch vor sich haben.

Der 414 Meter hohe Babaou ist eher ein Cöllchen als ein richtiger Pass – und doch zieht er Radsportler magisch an. Von Collobrières aus schlängelt sich die Straße unter Kork- und Steineichen und ausladenden Kastanien hinauf zu seinem Scheitel: sechs Kilometer mit durchschnittlich 4,3 Prozent Steigung. “Génial”, schnauft Maurice, als er oben ankommt, er hat auf der moderaten Steigung richtig am Lenker gezogen. Zur Rekordzeit von 13 Minuten, aufgelistet im Internetportal “Quäldich.de”, bleiben noch gut fünf Minuten Abstand. “Phhh”, sagt der Hobbyradler, der erstmals mit dem Rennrad im Département Var unterwegs ist, “mir doch egal, bin ich Profi?” Ein Schluck aus der Pulle, dann schiebt er ein “fantastique” für die tolle Aussicht hinterher und stürzt sich in die kurvenreiche Abfahrt Richtung Mittelmeer. Nach Südwesten schweift der Blick vom Col de Babaou über sanfte Kuppen und scharf eingeschnittene Täler zum Mont Faron, dem Hausberg von Toulon. Im Süden sind die Inseln Port Cros und Porquerolles zu erkennen.

Diese Touren finden Sie unten als GPS-Download:

• Tour 1: Zu Besuch beim Präsidenten

(98 Kilometer, 1.750 Höhenmeter, maximal zehn Prozent Steigung)

• Tour 2: Im Massif des Maures

(101 Kilometer, 1.400 Höhenmeter, maximal sieben Prozent Steigung)

• Tour 3: Auf der Corniche Sublime

(131 Kilometer, 2.300 Höhenmeter, maximal zwölf Prozent Steigung)

• Tour 4: Dorfschönheiten

(105 Kilometer, 1.350 Höhenmeter, maximal neun Prozent Steigung)

Die Hügel im Hinterland der Côte d’Azur erforden einige Kletterqualitäten

In den Kurven des Massif des Maures ahnt man noch nichts vom Trubel in der Bucht von Saint-Tropez

Die 10 schönsten Rennradtouren

Buchtipp - die vorgestellte Tour finden Sie in diesem Buch: Die schönsten Rennradtouren in Europa

Zur Leseprobe  |  Buch bei Delius Klasing kaufen

Fotostrecke: Die 10 schönsten Rennradtouren in Europa

Sven Bremer am 18.02.2011