© Jörg Spaniol
Bretteben durchs Gebirge: auf dem Ahornboden in der Eng

Isarwinkel

Tief im Süden, wo sich Bayerns Flachland zu zackigem Hochgebirge türmt, liegt der Isarwinkel. Dicht an München und doch mitten im Gebirge. Wildromantisch und erstaunlich flach. Nur schlechtes Timing kann hier den Spaß verderben.

Manchmal tut Oberbayern alles, um Klischees zu bestätigen: In der „Waldschänke“ am Ufer des Walchensees lassen sich zwei lodengrün gekleidete Männer um die Fünfzig seufzend auf die Holzbank der Terrasse krachen. Die füllige Bedienung fragt: „Wos derf i bringa?“ Stille. Dann sagt der eine Lodengrüne, Typ Förster: „Oiso, i tät amoi a Weißbier nehma – sichaheitshoiba.“ Kurze Pause, dann der andere Lodengrüne, Typ Berufsjäger: „Jo, des denk i a.“ Meisen hopsen übers Geländer, eine gepflegte Touristin blinzelt durch halbgeschlossene Augenlider. Wenn jetzt noch der Wirt die Zither auspackt, sind wir vermutlich in einen Dreh zum neuesten „Komödienstadel“ geraten. Aber unser Kuchen ist vertilgt – Zeit, sich mit klappernden Schuhplatten radwärts zu begeben.

Für das klischeehaft Bayerische im oberen Isarwinkel dürfte die sperrige Landschaft mitverantwortlich sein. Etliche Sträßchen durch die Berge sind im Winter gesperrt. Während der Sommersaison gilt Tempo 50 als Limit – und mautpflichtig sind die einspurigen Asphaltbänder zudem. Für Autofahrer. Radfahrer kurbeln mit kurzem Gruß an den Mauthäuschen vorbei. Die erste unserer Runden nimmt gleich drei Mautstraßen mit. Sie führen durch Täler mit Postkarten-Optik. Die entscheidende Farbe dieser Postkarte ist Blau. Nicht Himmelblau, eher Grünblau.

Alles über den Kurztrip Isarwinkel sowie die GPS-Daten zu diesen zwei Touren finden Sie unten als Download:
• Tour 1: Bayerische Delikatessen (118 km, 1200 hm, max. Höhe 1200 m, max. Steigung 9 Prozent, Charakteristik hügelig)
• Tour 2: Schleichwege zum Kesselberg (108 km, 820 hm, max. Höhe 850 m, max. Steigung 12 Prozent, Charakteristik hügelig)

GPS-DATEN: TOUR bietet die Daten der Touren zum kostenlosen Download an. Die Tracks im GPX-Format können Sie zum Nachfahren direkt auf ein GPS-Gerät laden oder am Computer in Google Earth oder Google-Maps betrachten.

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Text: Jörg Spaniol
31.08.2012

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