Deutschland: Schwäbische Alb Deutschland: Schwäbische Alb

Deutschland: Schwäbische Alb

Sanftes Rennrad-Revier: Schwäbische Alb

Jörg Spaniol am 30.04.2015

Die Schwäbische Alb liegt angenehm im Abseits: Zwischen Stuttgart, Bodensee und Allgäu wirft das Autobahnnetz Luftmaschen. Darin wellen sich kleine Straßen rund um die noch junge Donau und sammeln hügelweise Höhenmeter.

Man muss es schon dranschreiben, sonst wäre er fast zu über­sehen: Der Höchsten ist der höchste nicht zur Schwäbischen Alb gehörende Punkt im Landkreis Sigmaringen. Kein eindrucksvoller Berg, wenn man von Norden kommt, nur knapp der höchste von vielen Buckeln – aber mit toller Sicht auf Bodensee und Alpen. Ein hellblauer Stahlverhau von Skulptur steht oben drauf, mit Namensschild und der Zahl "833 Meter" (die amtliche Topokarte sagt 838 Meter) sowie dem Hinweis, dass das Wasser von hier entweder nach Süden sickert, Richtung Rhein, oder nach Norden zur Donau.

An sonnigen Wochenenden scheint die vergammelte Funkstation auf der Kuppe geheime Signale auszusenden. Botschaften, die nur Rennradler wahrnehmen können: den Aufruf, unbedingt diesen Punkt anzufahren, und zwar von allen Seiten. Fünf Straßen treffen sich dort oben, und auf allen schwitzen Sportler bergwärts. Der härteste Aufstieg kommt vom Bodensee, dorthin fällt das Plateau fast 400 Meter tief ab. Grüppchen plappern sich bergan, Ambitionierte schnauben überm Aero-­­­Lenker. Hinter der hellblauen Stahl­skulptur drehen die meisten rasch um und rauschen wieder abwärts.

Deutschland: Schwäbische Alb

Typisch fürs Donautal: Kalkfelsen säumen schmale Straßen

Die Schönheiten der nördlich des Höchsten gelegenen Schwäbischen Alb sind deutlich schlechter markiert. Einer, der sie zuverlässig ­findet, ist Johann Sedlacek, Mitte 50, drahtig und Vorsitzender des RSC Sigmaringen. Das Städtchen im Tal der jungen Donau hat ihn zum Nebenstraßen-Spezialisten gemacht: "Das Donautal kann man am Wochenende ­total vergessen", sagt er. "Das ist eine Motorrad-Rennstrecke." Und all die Bundes-, Landes-, Kreisstraßen? "Auch von denen sind einige brutal, wenn man sich nicht auskennt. Auf manchen sind nämlich die Laster unterwegs." Die Schwäbische Alb ist ziemlich dünn besiedelt – und damit zu abgelegen für den Autobahnbau. Also brummt der Verkehr auch über manches Nebensträßchen. Aber eben nur über manches. Der Rest ist ­Radlerland. Im reichen Baden-Württemberg sind nämlich auch Sträßchen asphaltiert, die anderswo bestenfalls Schotter spendiert bekämen.

Den gesamten Artikel und die GPS-Daten zu diesen Touren finden Sie unten als Download:

• Tour 1: Wellenreiten auf der Alb (93 Kilometer, 1.050 Höhenmeter, max. 17 Prozent Steigung)
• Tour 2: Zwischen Alb und Äpfeln (114 Kilometer, 1.100 Höhenmeter,max. 10 Prozent Steigung

TOUR Titel 4/2015

Den gesamten Artikel mit Infos zur Komfortgeometrie, dem Weg zum richtigen Rahmen und allen Testergebnissen im Überblick finden Sie in TOUR 4/2015: Heft bestellen->   TOUR IOS-App->   TOUR Android-App->

Jörg Spaniol am 30.04.2015