Deutschland: Rennrad-Tour ohne Planung Deutschland: Rennrad-Tour ohne Planung

Deutschland: Rennrad-Tour ohne Planung

Mit dem Rennrad spontan durch Deutschland

Martin Roos am 28.03.2016

Straßenkarte, GPS, vorgebuchte Unterkünfte – viele gehen so auf Radreise. Aber was passiert, wenn man all das weglässt und ohne Ziel drauflosfährt? Zwei TOUR-Reporter übten sich im Verzicht.

Herrlich, dass auf nichts Verlass ist. Nicht auf die Bahn, die unseren reservierten Radtransport ablehnt. Nicht aufs Septemberwetter, das sich alles andere als stabil spätsommerlich gibt. Doch für unser Vorhaben sind das beste Bedingungen. Denn wir sind auf der Suche nach purer Improvisation, wollen vier, fünf Tage mit dem Rennrad unterwegs sein, ohne uns festzulegen, ­wohin wir fahren. Ob wir links oder rechts abbiegen oder weiter ­geradeaus fahren, wollen wir nach Wind und Wetter, nach Verkehr und Einkehr entscheiden. Wir haben kein Smartphone dabei, nur uralte Handys in der Trikottasche. Die allerdings brauchen wir gleich.

Wir, das sind der Fotoreporter aus München und der ­Berichterstatter aus Lübeck. Um gemeinsam loszufahren, braucht es also ein Minimum an Vorplanung. Als erstes: Wo könnte man sich treffen? Mitten in Deutschland, ­beschließen wir und wählen als Treff- und damit Startpunkt der Tour den Bahnhof in Mühlhausen, Thüringen. Mühlhausen bietet zwei gute ­Voraussetzungen: Erstens liegt das Thüringer Becken geografisch in der Mitte Deutschlands, zweitens kennen wir uns dort nicht aus.

Fotostrecke: Deutschland: Rennrad-Tour ohne Planung

Zunächst nervt die Deutsche Bahn. Der IC aus München fällt aus, die Schaffnerin des ­Ersatzzugs, eines ICE, will partout keine ­Räder an Bord nehmen. Reservierung für den ursprünglichen IC hin oder her. Mit der nächstmöglichen Verbindung käme der Fotograf samt Rennrad erst Stunden später in Mühlhausen an – zu spät, um heute noch loszufahren. Da wir aber sowieso kein Tagesziel haben, planen wir einfach um. Drei Stunden, bevor wir unsere Route in Angriff nehmen, entscheiden wir, dass wir uns weiter südlich im thüringischen Arnstadt treffen; das erreicht mein Kollege deutlich früher und wir können noch am frühen Nachmittag starten.

Lagebesprechung am Bahnhof Arnstadt. Ich habe einen Zeitungsausriss dabei, aufgeklaubt in der Regionalbahn. Das Wetterkärtchen, so klein wie eine Briefmarke, verheißt nur für den Osten Sonnenstrahlen. Im Westen – wir brauchen nur den Kopf zu heben – ballen sich Regenwolken. Damit ist der Würfel kurz nach 14 Uhr gefallen: Wir flüchten vor den Wolken Richtung Osten.

Die gesamte Reisereportage mit diesen Touren finden Sie unten als PDF-Download:

• Tag 1: Arnstadt – Kahla-Leubengrund (72  Kilometer, 700  Höhenmeter)
• Tag 2: Kahla-Leubengrund – Zwickau-Mosel (128  Kilometer, 1.300  Höhenmeter)
• Tag 3:  Zwickau-Mosel – Löbsal (122  Kilometer, 1.100  Höhenmeter)
• Tag 4: Löbsal – Wurzen (72  Kilometer, 350  Höhenmeter)

TOUR Titel 3/2016

Martin Roos am 28.03.2016
Kommentare zum Artikel