Glatt wie ein Kinderpopo: Radweg am westlichen Ufer des Reschensees Glatt wie ein Kinderpopo: Radweg am westlichen Ufer des Reschensees
Österreich

Tiroler Oberland

Jörg Spaniol am 17.06.2011

Der Tiroler Sport-Ort Nauders liegt 1.400 Meter hoch im Dreiländereck zwischen Österreich, der Schweiz und Italien. Er ist bekannt als Austragungsort knackigster Jedermann-Rennen. Mit ungefähr 2.000 Höhenmetern gehören unsere beiden Touren hier eher zur Genießer-Kategorie.

Das “Race Across The Alps” verteilt 13.000 Höhenmeter auf 540 Kilometer. Der Veranstalter bezeichnet es als “Eintagesrennen”. Woher kommen solche Ideen? Aus Nauders. Einem Ort, der fast ganz oben am Reschenpass liegt, weshalb es nach allen Seiten bergab geht. Und wieder bergauf, und wieder bergab, und so weiter bis etwa zum Mittelmeer. Wer nach Nauders kommt, will Berge fahren.

Mehr als 35.000 Radler pro Jahr haben die Touristiker alleine auf den Fernradwegen gezählt. Der wichtigste, die “Via Claudia Augusta”, führt über den Reschenpass. Auch Rennradler profitieren vom großen Radtouren-Boom, denn seit 2007 ist die Radler-Passhöhe so verkehrsarm wie ein Spinning-Studio: Nord- und Südtirol haben den Radlern ein makelloses Asphaltband zu Füßen gelegt. Schwarz und samtig wellt es sich von Nauders am stillen Westufer des Reschensees entlang Richtung Vinschgau und schließlich hinüber zur Ofenpass-Straße, ebenfalls einer Passage mit Breitensport-Bedeutung: Der “Dreiländergiro” aus Nauders führt hier jedes Jahr vorbei.

Der Ofenpass ist kein heroischer Pass, dessen Kehren sich himmelwärts stapeln, und als Ost-West-Verbindung ist er verkehrstechnisch weniger bedeutend als ein Alpen überquerender Brenner- oder Reschenpass. Doch im letzten Abschnitt zeigt er mit einigen Serpentinen, wie steil es wirklich aufwärts geht: 1.300 Höhenmeter sind es am Ende. Dass es zum Engadin hin und durch das gesamte Unterengadin dann überwiegend bergab geht, ist nicht nur zur Erholung gut. Die stärker befahrene Straße im jungen Inntal nervt weniger, wenn man abwärts zügig im Verkehr mitschwimmt und auf den langen, schnellen Geraden ein wenig im Dreitausender-Panorama rundum schwelgen kann. Am Abend ist dann (abgesehen von den Radweg- Passagen am Anfang) die “kurze” Runde des “Dreiländergiro” absolviert.

Den gesanten Artikel und die GPS-Daten dieser Touren finden Sie unten als Download:

• Tour 1: Drei-Länder-Tour
(Charakteristik bergig, Länge 126 km, Höhenmeter 2.140, max. Steigung 12 %, höchster Punkt 2.149 m)

• Tour 2: Eisige Sackgasse
(Charakteristik bergig, Länge 111 km, Höhenmeter 2.200, max. Steigung 14 %, höchster Punkt 2.750 m)

Die Kaunertaler Gletscherstraße führt auf 2.750 Meter Höhe, direkt an die Gletscherzunge des Weißseeferners

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Jörg Spaniol am 17.06.2011