Vinschgau Vinschgau

Meraner Land und Vinschgau

Meraner Land und Vinschgau: Im Trockental

Jörg Wenzel am 07.03.2017

Steile Rampen und sanfte Radwege – im sonnenverwöhnten Meraner Land und dem Vinschgau reifen Äpfel und Radlerträume. Das milde Klima mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr ist wie geschaffen für Radler

Das Meraner Land und der Vinschgau befinden sich im westlichen Teil von Südtirol. Meran, der Hauptort der sonnigen Ferienregion, liegt 30 Kilometer nordwestlich der Landeshauptstadt Bozen. Etwas westlich von Meran beginnt der Vinschgau, der 70 Kilometer lange Teil des Etschtals vom Reschenpass bis Naturns. Geografisch reicht der Vinschgau sogar über den Reschenpass hinaus nach Nauders in Österreich.
Das Etschtal liegt zentral in den Alpen, die hier mit 250 Kilometern ihre größte Breite erreichen – das Tal ist deshalb vor Schlechtwetter von Süden wie Norden gut geschützt. Mit weniger als 500 Millimetern Niederschlag (in Schlanders) ist es sehr trocken. Je weiter man talabwärts kommt, umso mehr dominieren Obstplantagen, schließlich auch Wein die Landschaft, die umrahmt ist von den Eisriesen der Ötztaler Alpen im Norden und des Ortlermassivs im Südwesten.
Die meisten Anstiege sind moderat, Rampen mit 15 bis 16 Prozent Steigung die Ausnahme. Aber die pure Zahl der Höhenmeter, am Stilfser Joch, Timmelsjoch, Penser Joch und Jaufenpass in Höhen über 2.000 Meter, verlangt ein bergtaugliches Ritzel, Dreifach-Kettenblatt oder Kompaktkurbel. Die Straßen und Radwege sind in gutem bis ausgezeichneten Zustand, nur bei Tour 3 am Haidersee muss man ein kurzes Stück über Naturpiste. Um nicht immer wieder den Radweg im Tal zu fahren und die Touren etwas zu verkürzen, sind wir mehrmals mit dem Rad in die gut getaktete Vinschger Bahn gestiegen. Info: www.vinschgerbahn.it
 

Tour 1
Sackgasse Martelltal

50 Kilometer, 1.440 Höhenmeter, max. 15 % Steigung

Tour 1

Bis Goldrain müssen die Beine locker sein, dann steigt die Straße steil ins Martelltal. Hinter Gand, wo im Sommer die Luft nach den Erdbeeren auf den Feldern duftet, lehnt sich die Straße zurück. Ein paar 14 Prozent steile Serpentinen führen zur Staumauer des Zufrittstausees, wo eine weitere Verschnaufpause wartet, bevor die letzten, bis zu 15 Prozent steilen Kehren zum Ende der Asphaltstraße am Alpengasthof Enzian (2.051 Meter) klettern.


 

Tour 2
Höhepunkt Stilfser Joch

90 Kilometer, 1.950 Höhenmeter, max. 15 % Steigung

Tour 2

Das 2.754 Meter hohe Stilfser Joch ist der zweithöchste asphaltierte Alpenpass und einer der schönsten – ein Muss für ambitionierte Kletterer. Unsere Runde spart sich 25 Kilometer Anfahrt von Latsch, nutzt stattdessen die Vinschger Bahn bis Spondinig. Wer will, kann die leicht bergauf führende Strecke aber auch zum Einfahren nutzen. Vom Stilfser Joch geht’s in rauschender Fahrt via Umbrailpass ins schweizerische Münstertal, von dort zum Etsch-Radweg und zurück nach Latsch.

 

Tour 3

Reschen-Runde

94 Kilometer, 1.600 Höhenmeter, max. 16 % Steigung

Tour 3

Von Mals geht es auf steilen Sträßchen zum Reschensee, wo ein Abstecher ins Langtauferer Tal wartet. Auf dem Rückweg verlassen wir den Etsch-Radweg, schwingen uns zu einem Sträßchen mit grandioser Aussicht hinauf. Wer nicht wie wir mit der Vinschger Bahn nach Mals fährt, muss ab Latsch rund 30 Kilometer und 400 Höhenmeter hinzurechnen.
 

 

 

Tour 4
Ins Ultental

117 Kilometer, 2.700 Höhenmeter, max. 16 % Steigung

Tour 4


Nach dem Einrollen auf dem Etsch-Radweg wartet der Gampenpass (1.518 Meter) mit gleichmäßigen 6 bis 8 Prozent Steigung. Aber die Prüfung kommt noch, in Form des recht unbekannten Brezer Jochs. Seine 1.397 Meter entlocken vielleicht ein müdes Lächeln, das einem aber an den vielen bis 16 Prozent steilen Rampen schnell vergeht. Zu guter Letzt wartet ein Anstieg zu einem beleuchteten Tunnel auf 1.700 Meter Höhe, der einen bergab im einsamen Ultental wieder ausspuckt. Wer in Marling nicht per Vinschger Bahn nach Latsch fährt, auf den warten 27 Kilometer und 300 Höhenmeter mehr.


 

Seite 1 / 2
Jörg Wenzel am 07.03.2017
Kommentare zum Artikel